Pferde

Steigende Pferde: Vorfälle dokumentieren und Hilfe suchen

Ein braunes Pferd steht in einem Paddock, während eine Person auf der anderen Seite des Zauns in ein Notizbuch schreibt.

Praxisratgeber

Steigende Pferde: Vorfälle dokumentieren und Hilfe suchen

Steigt dein Pferd beim Reiten oder im Umgang? Beende die Aktivität, halte Umstehende fern und kontaktiere einen Pferdetierarzt, um den Vorfall zu besprechen. Versuche nicht, das Steigen erneut auszulösen. Ein einzelner Vorfall zeigt nicht, was die Ursache ist: Bei Problemen beim Reiten können sowohl körperliche als auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Lies, wie das Universitair Dierenziekenhuis Probleme beim Reiten beurteilt.

Ein braunes Pferd steht in einem Paddock, während eine Person auf der anderen Seite des Zauns in ein Notizbuch schreibt.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was geschah, als das Pferd stieg
  2. Sicherheitsgrenzen für Mensch und Pferd bis zur Beurteilung
  3. Körperliche Faktoren sowie Einflüsse von Umgebung und Training untersuchen lassen
  4. Die Rolle von Tierarzt, qualifiziertem Trainer und Ausrüstungsexperten
  5. Fachliche Beurteilungen und weitere Absprachen dokumentieren

Sorge zuerst für Sicherheit. Notiere danach, was du beobachtet hast, damit du mit den beteiligten Fachleuten absprechen kannst, was vorläufig möglich ist und was nicht.

Was geschah, als das Pferd stieg

Fülle das Formular aus, sobald das in Ruhe und sicher möglich ist. Beschreibe Ereignisse, keine vermuteten Absichten. Zum Beispiel sagt „Die Vorderbeine hoben kurz nach dem Aufsteigen vom Boden ab“ mehr aus als „Das Pferd wollte nicht arbeiten“. Gib auch an, was du nicht selbst gesehen hast. Ein Gespräch mit dem Besitzer oder Reiter gehört zur tierärztlichen Beurteilung. Sieh dir die Beschreibung dieser Beurteilung an.

Vorfallformular: Notiere nur, was du weißt
Bereich Was notierst du? Deine Notiz
Zeitpunkt und Ort Datum, Uhrzeit, Ort und Bedingungen wie Platzverhältnisse und Bodenbeschaffenheit. …
Unmittelbar davor Welche Handlung oder welches Ereignis ging voraus? Wer war dabei? …
Während des Vorfalls Was hast du beim Pferd und bei den Anwesenden beobachtet? Ist jemand gestürzt oder irgendwo angestoßen? …
Danach Welche Verletzungen oder Veränderungen in Bewegung oder Verhalten sind aufgefallen? …
Frühere Anzeichen Gab es zuvor etwas Ähnliches? Was weißt du nicht genau? …
Unmittelbare Absprache Was wurde beendet, wer wurde benachrichtigt und wer versorgt das Pferd vorläufig? …

Bewahre bereits vorhandene Aufnahmen auf, aber versuche nicht, die Situation für eine neue Aufnahme zu wiederholen.

Sicherheitsgrenzen für Mensch und Pferd bis zur Beurteilung

Setze die Aktivität, bei der das Pferd gestiegen ist, nicht eigenmächtig fort. Sprich mit der für den Stall verantwortlichen Person ab, wer das Pferd vorläufig versorgt und welche Handlungen bis zu fachlichem Rat warten. Wenn es nicht sicher ist, sich dem Pferd zu nähern oder es zu bewegen, erzwinge es nicht. Besprich mit dem Pferdetierarzt, welche Hilfe vor Ort nötig ist. Das LICG beschreibt die Risiken im Umgang mit Pferden.

Rufe sofort den Tierarzt an, wenn das Pferd gestürzt oder verletzt ist, deutlich Schmerzen hat, sich nicht normal bewegt oder nicht sicher stehen kann. Organisiere auch medizinische Hilfe, wenn ein Mensch verletzt ist. Pferde mit Schmerzen können unvorhersehbar reagieren; die British Horse Society gibt Hinweise zur Hilfe für ein Pferd in Not. Dies ist eine britische Quelle zur Versorgung, keine niederländische Vorschrift.

Solltest du nach dem Steigen weitertrainieren?

Nein, nimm die betreffende Aktivität nicht eigenmächtig wieder auf. Frage den Tierarzt und einen Trainer mit nachweislicher Erfahrung im Umgang mit riskantem Pferdeverhalten, wer das Pferd beurteilt und unter welchen Bedingungen es sicher weitergehen kann.

Körperliche Faktoren sowie Einflüsse von Umgebung und Training untersuchen lassen

Formuliere mögliche Erklärungen als Fragen. Sollte der Tierarzt beispielsweise Bewegung, Rücken, Hals oder Zähne beurteilen? Sind Sattel, Gebiss oder andere verwendete Ausrüstung relevant? Das Universitair Dierenziekenhuis nennt körperliche und reiterliche Faktoren. Der britische Fachverband BEVA bezieht die Passform des Sattels in eine umfassendere Untersuchung von Problemen beim Reiten ein.

Notiere außerdem, ob sich etwas an der Umgebung, der verwendeten Ausrüstung, dem Reiter oder der Übung verändert hat. So können Fachleute gezielter nachfragen. Eine Veränderung kurz vor dem Vorfall ist noch keine nachgewiesene Ursache. Auch Schmerzen, Angst und Stress lassen sich anhand des Verhaltens nicht immer leicht voneinander unterscheiden. Das LICG erklärt, warum Verhaltensänderungen Aufmerksamkeit verdienen.

Die Rolle von Tierarzt, qualifiziertem Trainer und Ausrüstungsexperten

  • Pferdetierarzt: beurteilt die Gesundheit, entscheidet, welche Untersuchungen nötig sind, und berät zu Einschränkungen und zum weiteren Vorgehen.
  • Trainer oder Reitlehrer: bespricht nach Abstimmung mit dem Tierarzt Fragen zum Reiten, zum Umgang mit dem Pferd und zum Verhalten. Frage nach Ausbildung und Erfahrung mit gefährlichen Situationen.
  • Ausrüstungsexperte: beurteilt die Passform und Verwendung der betreffenden Ausrüstung. Eine Überprüfung der Ausrüstung ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.

Frage, wer die Befunde zusammenträgt und mit den anderen bespricht. Das Universitair Dierenziekenhuis beschreibt die Rolle von Tierarzt, Reitlehrer und bei Bedarf einem Verhaltensexperten.

Fachliche Beurteilungen und weitere Absprachen dokumentieren

Bewahre dein Vorfallformular zusammen mit den Berichten der Fachleute auf. Trenne das, was tatsächlich untersucht wurde, von dem, was noch offen ist. Halte auch fest, wer den nächsten Termin vereinbart und wer beurteilt, ob die Aktivität wieder aufgenommen werden kann.

Absprachen nach der Beurteilung
Frage Absprache oder Befund
Wer hat das Pferd wann beurteilt? …
Was wurde untersucht und was ist noch offen? …
Welche Sicherheitsabsprachen gelten vorläufig? …
Wer trifft wann die nächste Entscheidung? …

Der zeitliche Ablauf des Vorfalls hilft beim Gespräch. Das Ergebnis einer Untersuchung gehört gesondert in den Folgebericht, auch wenn es noch keine Erklärung liefert.