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Pferdefarben erkennen, ohne Farbe und Rasse zu verwechseln

Braunes Pferd mit schwarzer Mähne, schwarzem Schweif und dunklen unteren Beinpartien steht mit allen vier sichtbaren Hufen in einem Paddock.

Praxisratgeber

Pferdefarben erkennen, ohne Farbe und Rasse zu verwechseln

Möchtest du die Farbe eines Pferdes erkennen? Schau dir zuerst das Fell am Rumpf, die Mähne, den Schweif und die unteren Beinpartien an. Achte danach auf weiße Haare, weiße Flächen und Abzeichen. So kannst du Farben vergleichen, ohne eine Farbe für eine Rasse zu halten. Ein Foto gibt nicht immer eindeutig Aufschluss über die Farbe oder die genetische Veranlagung eines Pferdes. UC Davis erklärt, wie Grundfarbe und weitere Farbmerkmale zusammen das Aussehen bestimmen.

Braunes Pferd mit schwarzer Mähne, schwarzem Schweif und dunklen unteren Beinpartien steht mit allen vier sichtbaren Hufen in einem Paddock.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Rumpf, Mähne, Schweif und Beine einzeln beschreiben
  3. Rappe, Brauner, Fuchs und Schimmel: sichtbare Unterschiede
  4. Isabel, Palomino, Scheckung und Roan: Aufhellungen und Muster
  5. Alter, Jahreszeit, Licht und Registrierung: Warum Farbbeschreibungen voneinander abweichen
  6. Unklare Farbe: Beobachtungen notieren und offizielle Identifizierung prüfen lassen

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Rumpf, Mähne, Schweif und Beine einzeln beschreiben

Beginne mit dem, was du siehst, nicht mit der Bezeichnung, die du vermutest. Betrachte das Pferd nach Möglichkeit von allen Seiten bei gleichmäßigem Tageslicht. Diese Einteilung hilft dir, die Merkmale auseinanderzuhalten:

Körperbereich Was notierst du?
Rumpf Den sichtbaren Farbton und ob er am Rumpf ungefähr gleichmäßig ist.
Mähne und Schweif Ob die Haare schwarz, rötlich oder deutlich heller als der Rumpf sind.
Kopf und Beine Die Farbe des Kopfes, der Ohrspitzen und der unteren Beinpartien. Notiere weiße Abzeichen gesondert.
Weiß im Fell Ob weiße Haare zwischen farbigen Haaren stehen oder ob du klar begrenzte weiße Flächen siehst.

Das sind Beobachtungen, noch keine offizielle Farbbestimmung. Das französische IFCE unterscheidet ebenfalls zwischen der zugrunde liegenden Fellfarbe, gemischten Haaren, weißen Flächen und einzelnen Abzeichen. Die französischen Begriffe für die Registrierung sind dabei nicht automatisch die Begriffe im niederländischen Pferdepass.

Rappe, Brauner, Fuchs und Schimmel: sichtbare Unterschiede

Schwarz, Braun und Fuchsfarbe sind die drei genetischen Grundfarben. Schimmel ist etwas anderes: Das Pferd hat weiterhin eine zugrunde liegende Grundfarbe, doch sein Fell wird mit zunehmendem Alter gewöhnlich heller. Die folgenden Merkmale sind eine erste Orientierung, keine sichere Bestimmung für jedes einzelne Pferd. UC Davis beschreibt die Grundfarben und das allmähliche Ergrauen; das niederländische Shetlandponystamboek verwendet die niederländischen Farbbezeichnungen.

Farbbezeichnung Worauf achtest du? Wann ist Vorsicht geboten?
Rappe Rumpf, Mähne, Schweif und Beine sind schwarz. Durch Sonnenlicht kann das Fell rötlich wirken.
Brauner Der Rumpf ist braun bis rotbraun; Mähne, Schweif und untere Beinpartien sind schwarz, sofern weiße Abzeichen nicht einen Teil davon bedecken. Bei einem sehr dunklen Rumpf ist der Unterschied zu Schwarz schwer zu erkennen.
Fuchs Der Rumpf ist rötlich; Mähne und Schweif sind rötlich oder heller, nicht schwarz. Ein dunkler Fuchs kann auf den ersten Blick wie ein Brauner aussehen.
Schimmel Farbige und weiße Haare können gemischt auftreten; viele Schimmel werden im Laufe der Jahre immer heller. Ein älteres Pferd kann nahezu weiß wirken.

Ein rötlicher Schimmer macht ein schwarzes Pferd also nicht automatisch zu einem Braunen. Das IFCE beschreibt die Wirkung von Sonnenlicht auf schwarzes Fell.

Isabel, Palomino, Scheckung und Roan: Aufhellungen und Muster

Worin unterscheiden sich Palomino, Falbe und Isabel?

Zu einem Palomino passt ein goldfarbener Rumpf mit heller Mähne und hellem Schweif. Ein Falbe kann ebenfalls einen hellen Rumpf haben, behält aber eine schwarze Mähne, einen schwarzen Schweif und dunkle untere Beinpartien. Die eine Farbe beruht auf einer Aufhellung der Fuchsfarbe durch das Creme Gen, die andere auf einer Aufhellung von Braun durch das Creme Gen. Die Farbe des Rumpfes allein ist daher kein gutes Entscheidungskriterium. UC Davis beschreibt die Aufhellungen; das Shetlandponystamboek verwendet dafür die Bezeichnungen palomino und valk.

Bei isabel ist mehr Vorsicht geboten. In einer Erläuterung des niederländischen Shetlandponystamboek ist dies keine eindeutig eigenständige Farbbezeichnung: Der Begriff wird unter anderem für Palomino verwendet. Das französische isabelle bezeichnet beim IFCE ein gelbliches Fell mit schwarzer Mähne, schwarzem Schweif und schwarzen unteren Beinpartien. Übertrage diese Bezeichnungen also nicht unmittelbar auf einen niederländischen Pferdepass. Beschreibe lieber die Merkmale und prüfe, welche Begriffe die zuständige ausstellende Stelle verwendet. Niederländische Erläuterung; französische Beschreibung.

Was siehst du bei Scheckung und Roan?

Bei einer Scheckung siehst du weiße Flächen neben farbigen Fellpartien. Das beschreibt etwas anderes als nur ein weißes Abzeichen am Kopf oder an einer unteren Beinpartie. Bei klassischem Roan stehen weiße Haare zwischen farbigen Haaren, vor allem am Rumpf; Kopf, Mähne, Schweif und untere Beinpartien bleiben gewöhnlich deutlicher gefärbt. Anders als beim Schimmel gehört ein allmähliches Immerweißerwerden nicht zum Roanmuster selbst. Mehrere Farbmerkmale können allerdings zusammen auftreten. UC Davis unterscheidet zwischen gemischten Haaren, weißen Fleckenmustern und Schimmeln.

Begegnest du in einer polnischen Beschreibung dem Begriff dereszowata? Der polnische Pferdezuchtverband verwendet diesen Begriff für Roan. Übernimm einen ausländischen Registrierungsbegriff nicht ungeprüft in einen niederländischen Pferdepass.

Alter, Jahreszeit, Licht und Registrierung: Warum Farbbeschreibungen voneinander abweichen

Bei einem jungen Schimmel kann die ursprüngliche Farbe noch gut sichtbar sein, während dasselbe Fell später viel heller wird. Ein Roan kann im Sommerfell anders aussehen als im Winterfell, ohne dass es sich um das allmähliche Ergrauen eines Schimmels handelt. Wenn du ältere Fotos desselben Pferdes hast, können sie helfen, eine Veränderung zu beurteilen. Das Shetlandponystamboek beschreibt diese Unterschiede zwischen Schimmel und Roan.

Auch die Belichtung eines Fotos kann den Vergleich erschweren. Achte deshalb nicht nur auf einen einzigen Farbton am Rumpf und gehe nicht automatisch davon aus, dass eine ausländische Farbbezeichnung die richtige Bezeichnung für den niederländischen Pferdepass ist.

Unklare Farbe: Beobachtungen notieren und offizielle Identifizierung prüfen lassen

Schwankst du zwischen zwei Bezeichnungen? Dann schreibe lieber auf, was du sehen kannst:

  • Das Datum und, falls du es kennst, das Alter des Pferdes.
  • Die Farbe von Rumpf, Kopf, Mähne, Schweif und unteren Beinpartien, jeweils einzeln.
  • Die Stellen mit gemischten weißen Haaren, weißen Flächen und anderen weißen Abzeichen.
  • Was im bestehenden Pferdepass steht, getrennt von deiner eigenen Beobachtung.

Fotos von beiden Seiten, vom Kopf und von den Beinen bei gleichmäßigem Licht können deine Notizen ergänzen. Sie ersetzen keine offizielle Identifizierung oder genetische Untersuchung. Denkst du, dass eingetragene Angaben wie die Farbe geändert werden müssen? Wende dich an die bevollmächtigte ausstellende Stelle. Laut RVO muss der Pferdehalter eine Änderung der Passangaben, darunter der Farbe, innerhalb von 30 Tagen einer solchen Stelle melden und dafür den Pferdepass einsenden. Ein unsicherer Eindruck auf einem Foto ist für sich genommen noch keine festgestellte Änderung.