Rinder

Melasse für Rinder: Wann passt sie in die Ration?

Illustration von zwei Kühen an einem Futtertrog in einem Stall, mit einem braunen Kanister im Vordergrund.

Praxisratgeber

Melasse für Rinder: Wann passt sie in die Ration?

Melasse passt nicht automatisch in jede Rinderration. Sie kann eine zuckerhaltige Futterzutat sein oder bei der Verarbeitung von Mischfutter eine Funktion erfüllen. Ob sie Ihrem Betrieb etwas bringt, hängt vom Fütterungsziel, vom angebotenen Produkt und vom Rest der Ration ab. Beginnen Sie deshalb mit einer konkreten Frage an Ihren Fütterungsberater, nicht mit einer Mengenangabe.

Illustration von zwei Kühen an einem Futtertrog in einem Stall, mit einem braunen Kanister im Vordergrund.
Inhaltsverzeichnis
  1. Welchem Fütterungsziel soll die Zugabe von Melasse dienen?
  2. Rübenmelasse oder ein anderes Produkt: Was steht auf dem Etikett?
  3. Die gesamte Ration und die Tiergruppe mit einem Fütterungsberater beurteilen
  4. Verpackung, Hygiene und praktische Dosierbarkeit prüfen

Welchem Fütterungsziel soll die Zugabe von Melasse dienen?

Möchten Sie den Zuckerbeitrag des Futters beurteilen, suchen Sie eine Zutat für die Verarbeitung von Mischfutter oder beobachten Sie, dass Tiere Teile einer gemischten Ration liegen lassen? Das sind unterschiedliche Fragen. Ein Anbieter beschreibt Rübenmelasse als zuckerhaltige Zutat, die auch bei der Herstellung von Mischfutter verwendet wird. Das belegt nicht, dass Melasse auf Ihrem Betrieb die Futteraufnahme verbessert. Sehen Sie sich die Produktinformationen von Cremer Melasse an.

Notieren Sie, was Sie ändern möchten und was Sie derzeit beobachten. Wenn Tiere beispielsweise Teile des Futters liegen lassen, beschreiben Sie, welche Teile das sind, bei welcher Tiergruppe und zu welchem Zeitpunkt dies geschieht. Besprechen Sie anschließend, ob zunächst das Futter selbst, die Mischung oder die Art der Vorlage Aufmerksamkeit erfordert. Eine Ration muss sich auch mit den vorhandenen Geräten gut verfüttern lassen. AHDB erläutert dies für Milchkühe anhand der britischen Praxis.

Rübenmelasse oder ein anderes Produkt: Was steht auf dem Etikett?

Rübenmelasse entsteht bei der Verarbeitung von Zuckerrüben; Rohrmelasse stammt aus Zuckerrohr. Ein Produkt mit Melasse im Namen kann auch andere Zutaten enthalten. Vergleichen Sie deshalb die vollständige Bezeichnung und Zusammensetzung des angebotenen Futters, nicht nur den Handelsnamen. Rübenpressschnitzel sind wiederum ein anderes Produkt: Sie bestehen aus gepresstem Rübenmaterial, dem zuvor Zucker entzogen wurde. Rübenmelasse, Rohrmelasse, ein Beispiel für zusammengesetztes Flüssigfutter und Rübenpressschnitzel sind also nicht ohne Weiteres dasselbe Produkt.

Daten für einen Produktvergleich
Prüfpunkt Welche Angaben sollten Sie anfordern?
Identität Den vollständigen Produktnamen, die Ausgangsstoffe und die Kennzeichnung als Einzelfuttermittel oder Mischfuttermittel.
Nährwerte Die aktuelle Spezifikation mit unter anderem Trockenmasse und Zucker, einschließlich der verwendeten Einheiten.
Charge Die Chargen- oder Losnummer und, falls verfügbar, eine Analyse der gelieferten Charge.
Verwendung Die Hinweise zur vorgesehenen Tiergruppe, Lagerung und Verfütterung.

Die niederländische Behörde NVWA nennt verpflichtende Etikettangaben für Einzelfuttermittel, darunter die Bezeichnung und eine Chargenreferenz. Für Mischfuttermittel gelten eigene Kennzeichnungsregeln. Eine aktuelle Produktspezifikation kann darüber hinaus nötig sein, wenn die Etikettangaben für die Beurteilung der Ration nicht ausreichend detailliert sind. Bei lose oder in einer nicht verschlossenen Verpackung geliefertem Futter stehen die Pflichtangaben laut NVWA auf einem Dokument, das der Charge zugeordnet ist.

Die gesamte Ration und die Tiergruppe mit einem Fütterungsberater beurteilen

Bringen Sie die Daten zu Grundfutter, Kraftfutter und anderen verwendeten Zutaten mit, ebenso Angaben dazu, was tatsächlich vorgelegt wird. Geben Sie an, für welche Tiergruppe Sie die Änderung erwägen. Lassen Sie den Fütterungsberater beurteilen, was das konkrete Melasseprodukt zur Gesamtration beiträgt und ob es eine vorhandene Zutat ergänzen oder ersetzen würde. Bei Milchkühen berücksichtigt eine Rationsbeurteilung unter anderem das Verhältnis der Zutaten, die Futteraufnahme und die praktische Futtervorlage; die britische Beratungsorganisation AHDB beschreibt diese Zusammenhänge.

Fragen Sie auch, welche Daten noch fehlen. Wenn die Zusammensetzung eines angebotenen Flüssigprodukts unklar ist, können Sie es nicht zuverlässig mit einem anderen Produkt vergleichen. Aus einer allgemeinen Beschreibung lässt sich keine passende Menge für Ihre Tiere ableiten.

Verpackung, Hygiene und praktische Dosierbarkeit prüfen

Prüfen Sie vor dem Kauf, wie das gewählte Produkt geliefert wird und welche Lagerhinweise der Anbieter gibt. Passt die Verpackung zu Ihrem Lagerraum? Können Sie das Produkt mit Ihren Geräten sauber handhaben und die vereinbarte Menge kontrolliert vorlegen? Fragen Sie bei Zweifeln an der Funktionsweise der Anlage um Rat, statt selbst von einer bestimmten Vorgehensweise auszugehen.

Vergleichen Sie bei der Anlieferung den Produktnamen und die Chargendaten mit Ihrer Bestellung. Sorgen Sie dafür, dass das Futter eindeutig identifizierbar bleibt, befolgen Sie die Produkthinweise und vermeiden Sie Verunreinigung oder Verderb. Die niederländische Behörde NVWA nennt die Identifizierung während Transport und Lagerung sowie die Vermeidung von Verderb als wichtige Punkte. Verwenden Sie eine Charge mit unklarer Identität oder sichtbarer Verunreinigung nicht, ohne zuvor beim Anbieter um Klärung zu bitten.