Kaninchen

Kaninchen im Winter draußen halten und versorgen

Zwei Kaninchen sitzen bei einem hölzernen Unterschlupf mit Stroh, Heu und einem Wassernapf; draußen liegt Schnee.

Praxisratgeber

Kaninchen im Winter draußen halten und versorgen

Kaninchen, die an das Leben draußen gewöhnt sind, können auch im Winter draußen leben. Sie brauchen dann einen trockenen, geschützten und belüfteten Schlafbereich, Platz zur Bewegung und Trinkwasser, das erreichbar bleibt. Setze ein Kaninchen aus der Wohnung nicht plötzlich bei winterlicher Kälte nach draußen und hole Kaninchen aus dem Außengehege nicht immer wieder ins warme Haus. Lies das Informationsblatt zur Kaninchenhaltung des LICG.

Zwei Kaninchen sitzen bei einem hölzernen Unterschlupf mit Stroh, Heu und einem Wassernapf; draußen liegt Schnee.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Maße des Außengeheges und ein trockener Ruheplatz
  3. Trinkwasser erreichbar halten und auf Gefrieren prüfen
  4. Futter und Verhalten von Kaninchen im Außengehege täglich kontrollieren
  5. Material des Außengeheges kontrollieren und nach Anleitung pflegen
  6. Veränderungen festhalten und fachkundige Hilfe hinzuziehen

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Beginne bei den Tieren: Schau, ob jedes Kaninchen frisst und sich so verhält, wie du es gewohnt bist. Kontrolliere danach Wasser, Heu, den trockenen Ruheplatz und den Durchgang zum Auslauf. Bei Frost kontrollierst du das Trinkwasser mindestens morgens und abends. Das LICG gibt Hinweise zu winterlicher Kälte und Trinkwasser.

Maße des Außengeheges und ein trockener Ruheplatz

Unterscheide zwischen dem Schlafbereich, dem gegebenenfalls zum Grundgehege gehörenden Auslauf und dem größeren Bereich, in dem die Kaninchen frei laufen können. Ist dieser größere Bereich nicht immer zugänglich, wird neben dem Schlafbereich auch ein Auslauf benötigt. Das LICG empfiehlt in diesem Fall, den Kaninchen möglichst mindestens fünf bis sechs Stunden pro Tag Zugang zum größeren Laufbereich zu geben. Die Maße hängen von der Größe und Anzahl der Kaninchen sowie vom Zugang zwischen den Bereichen ab. Sieh dir die Erläuterungen und Tabellen des LICG an.

Messbeispiel nach den Tabellen des LICG für zwei Zwergkaninchen, von denen das größere höchstens 1,7 kg wiegt. Dies sind keine allgemein gültigen Maße.
Bereich Maß des LICG in diesem Beispiel Kontrolle am eigenen Gehege
Schlafbereich 110 × 70 × 60 cm, Länge × Breite × Höhe Miss den nutzbaren Innenraum. Können beide Tiere liegen, aneinander vorbeikommen und den Eingang erreichen?
Auslauf am Schlafbereich 145 × 60 cm, wenn der größere Laufbereich nicht immer zugänglich ist Prüfe, ob dieser Bereich auch bei schlechtem Wetter nutzbar bleibt. Das ist nicht der größere Laufbereich.
Separater größerer Laufbereich 280 × 200 cm, mit einer empfohlenen Mindesthöhe von 0,75 m Miss eine zusammenhängende Fläche zum Laufen. Der Schlafbereich und etwaige zusätzliche Ebenen zählen dafür nicht mit.

Dieses Beispiel kombiniert Tabelle 1 und Tabelle 3 des Informationsblatts zur Kaninchenhaltung des LICG. Vergleiche bei größeren Kaninchen oder einer anderen Anordnung die passenden Tabellenzeilen und die Erläuterungen zum Zugang zum größeren Laufbereich. Prüfe auch, ob Futternäpfe und Unterschlüpfe genügend freie Fläche lassen.

Prüfe, ob Liegeplatz und Einstreu trocken sind, und ersetze nasses Material. Der Schlafbereich muss Wind und Regen abhalten, ohne die Belüftung zu unterbinden. Sorge dafür, dass beide Kaninchen den geschützten Platz erreichen können; ein Tier darf dem anderen nicht den Eingang versperren. Eine Schicht Heu oder Stroh hilft dabei, daraus einen geschützten Ruheplatz zu machen. Das LICG beschreibt die Anforderungen an den Schlafbereich.

Trinkwasser erreichbar halten und auf Gefrieren prüfen

Wechsle das Wasser täglich. Prüfe bei Frost mindestens zweimal täglich, ob es noch flüssig ist und ob die Kaninchen es erreichen können. Ein stabiler Wassernapf an einem geschützten Platz ist eine geeignete Wahl, aber auch darin kann das Wasser gefrieren. Bei einer Trinkflasche kann das Trinkröhrchen zufrieren, obwohl die Flasche noch gefüllt aussieht. Lies die Winterhinweise des LICG und die Tipps zu Trinknäpfen.

Zum Beispiel: Du stellst morgens frisches Wasser bereit und findest abends Eis im Napf. Ersetze das Eis durch frisches Wasser und plane bei anhaltendem Frost eine zusätzliche Kontrolle ein. Wenn du eine Flasche verwendest, prüfe, ob tatsächlich Wasser aus dem Trinkröhrchen kommt. Eine Hülle oder eine volle Flasche ersetzt diese Kontrolle nicht. Wenn du Napf und Flasche vergleichen möchtest, kannst du dir die Farmora Entscheidungshilfe für Futter und Trinkwasser ansehen. Diese Entscheidungshilfe belegt nicht, dass ein bestimmtes Produkt frostfrei bleibt.

Futter und Verhalten von Kaninchen im Außengehege täglich kontrollieren

Halte frisches Heu erreichbar und prüfe, ob es am Futterplatz trocken bleibt. Stroh im Schlafbereich bietet Schutz, zeigt dir aber nicht, ob ein Kaninchen genug frisst. Ändere das Futter nicht plötzlich, nur weil es kalt ist. Achte bei einem Kaninchenpaar auf jedes Tier einzeln: Siehst du beide Kaninchen fressen und sind ihre Köttel so, wie du es gewohnt bist? Lies die Hinweise des LICG zur Fütterung und zum Erkennen von Veränderungen.

Das Auffüllen des Heus ist ein guter Moment, um kurz bei den Tieren stehen zu bleiben. Achte darauf, wer zum Futterplatz kommt, wie sie sich bewegen und ob ihre Körperhaltung anders ist als sonst. Ein voller oder leerer Futternapf zeigt bei zwei Kaninchen nicht, welches Tier gefressen hat. Weniger Fressen oder kleinere oder weniger Köttel sind Gründe, das Tier genau im Auge zu behalten und einen Tierarzt anzurufen. Das LICG erläutert diese Anzeichen.

Material des Außengeheges kontrollieren und nach Anleitung pflegen

Kontrolliere Dach, Türen, Verschlüsse und Durchgänge. Schau, ob Regen eindringt, ob der geschützte Platz trocken ist und ob Gitter oder Zäune Löcher oder Verschleiß aufweisen. Prüfe auch, ob die Belüftung gewährleistet bleibt, wenn du einen Teil des Geheges gegen Wind abschirmst. Das LICG empfiehlt, Zäune und Gitter regelmäßig auf Schäden zu kontrollieren und den Schlafbereich weiterhin zu belüften. Sieh dir die Tipps zur Unterbringung an.

  1. Kontrolliere: Können beide Kaninchen den geschützten Platz, das Wasser und den Auslauf sicher erreichen?
  2. Reinige: Entferne nasses Material und wechsle die Einstreu in der Toilettenecke täglich. Reinige das übrige Gehege wie gewohnt. Sieh dir die Reinigungshinweise des LICG an.
  3. Schlage das richtige Produkt nach: Richte dich bei Montage, Reinigung und zulässiger Verwendung einer Klappe, Hülle, Flasche oder elektrischen Vorrichtung nach der Anleitung für die genaue Marke und das genaue Modell. Verlasse dich nicht auf den Namen eines ähnlichen Produkts.
  4. Prüfe erneut: Funktionieren der Durchgang und die Trinkvorrichtung noch und bleibt der geschützte Platz belüftet?

Wenn du ein beschädigtes Teil nicht sicher reparieren kannst, sorge dafür, dass die Kaninchen es nicht erreichen können, und stelle ihnen für die Dauer der Reparatur einen sicheren, geschützten Platz bereit.

Veränderungen festhalten und fachkundige Hilfe hinzuziehen

Notiere für jedes Kaninchen, was du selbst beobachtet hast. Das hilft auch, wenn jemand anderes die nächste Kontrolle übernimmt.

Tägliche Kontrolle für Kaninchen im Außengehege
Zeitpunkt und Kaninchen Wasser und Gehege Fressen und Köttel Verhalten und weitere Schritte
Datum, Uhrzeit und Name Wasser flüssig und erreichbar? Ruheplatz trocken? Durchgang frei? Selbst beim Fressen beobachtet? Köttel wie üblich? Bewegung und Reaktion wie üblich? Notiere eine Veränderung und was du danach getan hast.

Rufe einen Tierarzt an, wenn ein Kaninchen nicht fressen will, deutlich weniger Köttel absetzt, auffällig still ist oder sich anders bewegt oder verhält als sonst. Warte bei einem Kaninchen, das nicht frisst und krank wirkt, nicht bis zum nächsten Tag. Sage, wann du das Tier zuletzt beim Fressen gesehen hast, was du bei den Kötteln beobachtet hast und ob Wasser und ein geschützter Platz erreichbar waren. Lass den Tierarzt beurteilen, was nötig ist. Das LICG beschreibt, warum Nichtfressen rasche Aufmerksamkeit erfordert; siehe auch die Erläuterungen zu Verhaltensänderungen.