Druse bei Pferden: Was solltest du notieren und wen bei Verdacht einbeziehen?
Praxisratgeber
Druse bei Pferden: Was solltest du notieren und wen bei Verdacht einbeziehen?
Vermutest du Druse bei einem Pferd? Ruf den Tierarzt an und informiere den Stallbetreiber. Beschreibe, was du siehst und wann es begonnen hat. Hat das Pferd Atemnot, sag sofort, dass es dringend ist. Fieber, Nasenausfluss oder eine Schwellung am Kiefer können zu Druse passen, sind aber keine Diagnose. Das Universitäre Tierkrankenhaus beschreibt diese Anzeichen und wie wichtig es ist, rechtzeitig tierärztlichen Kontakt aufzunehmen.

Inhaltsverzeichnis
- Produkte zu diesem Ratgeber
- Anzeichen und Zeitpunkte bei einem Pferd notieren
- Bei Verdacht den Tierarzt anrufen und Bewegungen im Stall festhalten
- Kontakte im Stall erfassen: gemeinsam genutzte Gegenstände, Wege bei der Versorgung und Pferde
- Weiteres Vorgehen besprechen: tierärztliche Entscheidungen, Hygiene und Kommunikation mit Pferdehaltern
- Rückkehr in den Stall: Untersuchungen und Freigabe durch den Tierarzt nach geltenden Leitlinien
Hilfreich zu diesem Ratgeber
Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Ein eigener Futtertrog

Hängender Pferdefuttereimer mit Metallbügel, 15 l, Rosa – Vplast
Ein aufhängbarer Futtertrog gibt einem Pferd einen festen Futterplatz und kann helfen, Futterutensilien für jedes Pferd getrennt zu halten.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Vereinbare mit dem Stallbetreiber, welcher Trog zu welchem Pferd gehört, und lass die Tröge nicht zwischen den Boxen wechseln.
Führe anschließend zwei Zeitleisten: eine für Beobachtungen zu jedem Pferd und eine für Kontakte zwischen Pferden, Menschen und gemeinsam genutzten Gegenständen. Du musst sie nicht fertigstellen, bevor du anrufst. Schreib „unbekannt“, wenn du etwas noch erfragen musst.
Anzeichen und Zeitpunkte bei einem Pferd notieren
Notiere, was du tatsächlich siehst oder misst, auch wenn sich die Anzeichen später ändern. Weniger Appetit, Mattigkeit, Nasenausfluss, Schwellungen im Bereich von Kiefer oder Kehle und eine veränderte Atmung sind relevante Beobachtungen. Weise den Tierarzt ausdrücklich auf Schwierigkeiten beim Fressen oder Schlucken und auf Atemnot hin. Diese Anzeichen werden vom Universitären Tierkrankenhaus und in der niederländischen Leitlinie zu Druse für Tierärzte beschrieben.
- Allgemeiner Eindruck: Was ist anders, als du es von diesem Pferd gewohnt bist? Frisst und trinkt es?
- Nase und Kehle: Siehst du Ausfluss oder eine Schwellung? Beschreibe die Stelle und das Aussehen.
- Atmung: Scheint das Atmen schwerer zu fallen? Ruf bei Atemnot sofort an.
- Temperatur: Notiere nur einen tatsächlich gemessenen Wert, mit Einheit und Zeitpunkt. Wenn nicht gemessen wurde, lass das Feld leer.
- Verlauf: Wann ist etwas zum ersten Mal aufgefallen, was hat sich danach verändert und wer hat es gesehen?
| Pferd und Unterbringungsort | Datum und Uhrzeit | Beobachtung oder Messung | Beobachtet von | Wem und wann mitgeteilt |
|---|---|---|---|---|
| __________ | __________ | __________ | __________ | __________ |
| __________ | __________ | __________ | __________ | __________ |
| __________ | __________ | __________ | __________ | __________ |
Bei Verdacht den Tierarzt anrufen und Bewegungen im Stall festhalten
Teile dem Tierarzt mit, um welches Pferd es geht, welche Veränderungen du beobachtet hast, wann sie begonnen haben und ob dir bei anderen Pferden etwas auffällt. Frag, welche Informationen der Tierarzt noch benötigt und was ihr vorerst mit geplanten Kontakten und Transporten tun sollt.
Besprich mit dem Stallbetreiber, welche Pferde vor Kurzem angekommen oder weggegangen sind und welche Fahrten oder Besuche geplant sind. Denk auch an einen Hufschmied oder andere Besucher, die mehrere Ställe aufsuchen. Die KNHS empfiehlt bei einem bestätigten Drusefall, keine Pferde vom Betrieb weg oder zum Betrieb hin zu bringen. Lass bei einem Verdacht den Tierarzt und den Stallbetreiber beurteilen, welche Absprachen jetzt nötig sind, auch für notwendige Transporte.
Kontakte im Stall erfassen: gemeinsam genutzte Gegenstände, Wege bei der Versorgung und Pferde
Druse kann sich durch direkten Kontakt zwischen Pferden und indirekt über Betreuungspersonen und Gegenstände verbreiten. Deshalb ist es hilfreich, beispielsweise nachzuvollziehen, welche Eimer und Bürsten gemeinsam genutzt wurden und in welcher Reihenfolge die Pferde versorgt wurden. Ein Kontakt in deiner Übersicht bedeutet nicht, dass eine Ansteckung stattgefunden hat. Diese Kontaktwege stehen in den Erläuterungen der KNHS zu Druse.
Trage in jeder Zeile die Kennzeichnung Pferd, Mensch oder Gegenstände ein. Beschreibe, wer oder was mit wem in Kontakt kam und in welcher Reihenfolge. So kannst du eine Betreuungsperson, die mehrere Boxen aufgesucht hat, getrennt vom Weg einer gemeinsam genutzten Bürste notieren.
| Datum, Uhrzeit oder Zeitraum | Kennzeichnung | Pferd, Person oder Gegenstand | Kontakt oder Weg | Sicher oder noch zu erfragen? |
|---|---|---|---|---|
| __________ | Pferd | __________ | __________ | __________ |
| __________ | Mensch | __________ | __________ | __________ |
| __________ | Gegenstände | __________ | __________ | __________ |
Geh beide Zeitleisten mit dem Tierarzt und dem Stallbetreiber durch. Sie können sagen, welche fehlenden Angaben für das weitere Vorgehen wichtig sind.
Weiteres Vorgehen besprechen: tierärztliche Entscheidungen, Hygiene und Kommunikation mit Pferdehaltern
- Tierärztliche Entscheidungen: Frag den Tierarzt, welche Pferde beurteilt werden müssen, ob Untersuchungen nötig sind und bei welchen Veränderungen du erneut anrufen sollst. Melde neu auftretende Atemnot sofort.
- Hygiene im Stall: Vereinbare mit dem Stallbetreiber, wer die Anweisungen des Tierarztes umsetzt und wie Betreuungspersonen und Gegenstände bei den verschiedenen Pferden eingesetzt werden. Die KNHS nennt getrennte Betreuungspersonen und Stallutensilien als Maßnahmen bei kranken Pferden.
- Kommunikation: Bestimme eine Kontaktperson für betroffene Pferdehalter und notwendige Besucher. Teile mit, was beobachtet wurde, was der Tierarzt bestätigt hat und welche Absprachen vorerst gelten. Halte Änderungen mit Datum und Uhrzeit fest.
Die niederländische Leitlinie zu Druse soll Pferdetierärzte bei ihrer Beratung von Eigentümern unterstützen. Ein praktikables Vorgehen wird mit den Beteiligten auf die Situation im Stall abgestimmt.
Rückkehr in den Stall: Untersuchungen und Freigabe durch den Tierarzt nach geltenden Leitlinien
Dass ein Pferd wieder fit aussieht, ist für sich genommen kein Grund, Kontakte oder Transporte wieder aufzunehmen. Pferde können nach sichtbarer Genesung noch Bakterien ausscheiden; auch Träger ohne sichtbare Beschwerden kommen vor. Besprich deshalb mit dem Tierarzt, ob Untersuchungen nötig sind und wer anhand der Ergebnisse und der anwendbaren tierärztlichen Leitlinie bestätigt, welche Kontakte und Bewegungen wieder möglich sind. Die KNHS erläutert die Ausscheidung und den Trägerstatus; die niederländische Leitlinie zu Druse behandelt Untersuchungen und das Vorgehen bei einem Ausbruch für Tierärzte.
Frag beim nächsten Gespräch auch, wer die betroffenen Pferdehalter informiert und wie eine Änderung der Absprachen im Stall bestätigt wird. So wissen alle, auf welcher Entscheidung die Planung beruht.