Cushing bei Pferden: Veränderungen für den Tierarzt festhalten
Praxisratgeber
Cushing bei Pferden: Veränderungen für den Tierarzt festhalten
Kurz gesagt: Wenn du Veränderungen bei deinem Pferd bemerkst, notiere, was du siehst, wann es begonnen hat und wie es sich entwickelt. Nimm deine Notizen zum Pferdetierarzt mit. Cushing ist eine ältere Bezeichnung für PPID bei Pferden. Auch ein auffälliges Fell ist kein Grund, selbst eine Diagnose zu stellen. Mehr über PPID beim Universitätsklinikum für Veterinärmedizin lesen.

Inhaltsverzeichnis
- Produkte zu diesem Ratgeber
- Cushing und PPID bei Pferden: Begriffe und andere Ursachen für Veränderungen
- Welche Veränderungen bei deinem Pferd solltest du festhalten und wie entwickeln sie sich?
- Wann solltest du dein Pferd tierärztlich untersuchen lassen?
- Körperzustand, Futter und Hufe: Was solltest du zur täglichen Versorgung notieren?
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Bei der üblichen Fellpflege kannst du Veränderungen am Fell und beim Fellwechsel bemerken und mit Datum notieren.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Vergleiche deine Beobachtungen mit früheren Notizen oder Fotos und besprich Veränderungen mit dem Pferdetierarzt.
Cushing und PPID bei Pferden: Begriffe und andere Ursachen für Veränderungen
PPID steht für Pituitary Pars Intermedia Dysfunction. Bei dieser Erkrankung funktioniert ein Teil der Hirnanhangsdrüse nicht richtig. PPID tritt vor allem bei älteren Pferden und Ponys auf. Eine Veränderung von Verhalten, Körperform oder Fell ist ein Anlass, mit dem Tierarzt zu sprechen, nicht aber, selbst die Ursache festzustellen. Das Universitätsklinikum für Veterinärmedizin beschreibt die Erkrankung und mögliche Anzeichen.
Fettansammlungen und Hufrehe können auch beim equinen metabolischen Syndrom, kurz EMS, auftreten. Das ist nicht dasselbe wie PPID, auch wenn beide Erkrankungen beim selben Pferd vorkommen können. Der Tierarzt berücksichtigt deshalb mehr als ein einzelnes äußeres Merkmal. Lies beim Universitätsklinikum für Veterinärmedizin über EMS und bei UC Davis über das gemeinsame Auftreten von EMS und PPID.
Lässt sich PPID allein an einem langen Fell erkennen?
Nein. Ein langes oder lockiges Fell und ein verzögerter Fellwechsel können deutliche Hinweise sein, doch für die Beurteilung zählen auch das Alter, die übrigen Anzeichen und gegebenenfalls Untersuchungen. Notiere, was sich bei deinem Pferd verändert. Die Beurteilung liegt beim Tierarzt. Diese Unterscheidung findet sich auch in einer britischen klinischen Leitlinie für Pferdetierärzte; sie ist keine niederländische Leitlinie.
Welche Veränderungen bei deinem Pferd solltest du festhalten und wie entwickeln sie sich?
Beschreibe nur, was du tatsächlich beobachtest. Veränderungen beim Fellwechsel, bei der Bemuskelung, Aktivität, beim Trinken, Wasserlassen und Schwitzen können wichtige Gesprächsthemen sein. Auch Wunden, die anders heilen, und eine veränderte Art zu stehen oder zu gehen verdienen Beachtung. Keiner dieser Punkte ist für sich genommen eine Diagnose. UC Davis beschreibt diese möglichen Anzeichen von PPID.
Beobachtungsbogen mit Datum
Trage zu jeder Beobachtung ein Datum ein. Schreibe dazu, wann dir die Veränderung erstmals aufgefallen ist und ob sie seitdem zugenommen, abgenommen oder sich nicht verändert hat. Du kannst für dasselbe Thema mehrere Zeilen verwenden. Die letzte Spalte füllst du erst nach Rücksprache mit dem Tierarzt aus.
| Datum und Uhrzeit | Thema | Was siehst du, seit wann und wie entwickelt es sich? | Rat und weiteres Vorgehen nach Rücksprache |
|---|---|---|---|
| Fell und Fellwechsel | |||
| Körperform und Bemuskelung | |||
| Verhalten und Aktivität | |||
| Trinken, Wasserlassen und Schwitzen | |||
| Haut und Wunden | |||
| Stehen, Gehen und Hufe | |||
| Andere Veränderung |
Ein Foto mit Datum kann eine Veränderung von Fell oder Körperform verdeutlichen. Bitte andere Betreuungspersonen, auch ihre eigenen Beobachtungen mit einem Datum zu versehen. Nimm den Bogen zum Gespräch mit, auch wenn nicht jede Zeile ausgefüllt ist.
Wann solltest du dein Pferd tierärztlich untersuchen lassen?
Ruf bei plötzlich auftretenden, deutlichen Hufschmerzen oder Verdacht auf akute Hufrehe sofort den Tierarzt an. Ein Pferd kann dann sehr vorsichtig oder lahm gehen, sich nicht bewegen wollen oder sogar nicht stehen wollen. Lass es nicht zusätzlich laufen, um zu sehen, ob die Beschwerden nachlassen. Das Universitätsklinikum für Veterinärmedizin erklärt, warum du sofort einen Tierarzt kontaktieren solltest.
Entstehen Veränderungen allmählich, nimm Kontakt zum Pferdetierarzt auf, um zu besprechen, wann eine Untersuchung angebracht ist. Erzähle, was du siehst, seit wann und ob mehrere Veränderungen vorliegen. Melde auch neue Anzeichen, wenn PPID bereits festgestellt wurde. Verändertes normales Verhalten oder eine andere Haltung können zudem auf Schmerzen hindeuten, ohne etwas über deren Ursache auszusagen. Das LICG erläutert Schmerzanzeichen bei Pferden.
Körperzustand, Futter und Hufe: Was solltest du zur täglichen Versorgung notieren?
Ein kurzer Überblick über die übliche Versorgung hilft, Veränderungen im Zusammenhang zu besprechen. Schreib auf, was tatsächlich passiert ist, ohne aufgrund eines Verdachts selbst einen Fütterungsplan oder Bewegungsplan zu erstellen. Welche Versorgung passt, hängt vom Zustand des einzelnen Pferdes ab. UC Davis erklärt, warum der Tierarzt Fütterung und Bewegung für jedes Pferd einzeln beurteilt.
- Körperzustand: Notiere Veränderungen der Körperform und Bemuskelung. Wenn du Gewicht oder Körperzustand bereits auf eine feste Weise erfasst, nimm diese datierten Angaben mit.
- Futter und Weidegang: Schreib auf, welches Raufutter und Zusatzfutter dein Pferd bekommt und wann sich etwas an der Routine geändert hat.
- Hufe: Notiere Veränderungen beim Stehen oder Gehen und das Datum des letzten Hufschmiedbesuchs.
Frag nach dem Gespräch, welche Veränderungen du weiter beobachten und wann du erneut Kontakt aufnehmen sollst. Schreib diese Vereinbarung in den Beobachtungsbogen.