Hühner und Geflügel

Läuse bei Hühnern: Was sehen Sie am Huhn und im Stall?

Ein braunes Huhn steht auf Stroh in einem Holzstall, während zwei Hände vorsichtig seine Federn auseinanderhalten.

Praxisratgeber

Läuse bei Hühnern: Was sehen Sie am Huhn und im Stall?

Sehen Sie kleine, sich bewegende Tierchen, Unruhe oder Veränderungen am Gefieder? Untersuchen Sie dann sowohl das Huhn als auch den Stall und notieren Sie, wo Sie etwas finden. Echte Hühnerläuse leben auf dem Vogel. Was oft als Blutlaus bezeichnet wird, ist eine Milbe, die sich tagsüber meist im Stall versteckt. Der Fundort hilft beim Gespräch mit dem Tierarzt, ist für sich genommen aber keine Diagnose. Lesen Sie mehr beim LICG über Hühner und im MSD Veterinary Manual über Geflügelmilben.

Ein braunes Huhn steht auf Stroh in einem Holzstall, während zwei Hände vorsichtig seine Federn auseinanderhalten.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Huhn und Stall getrennt kontrollieren
  3. Festhalten, was Sie sehen und wo Sie es sehen
  4. Äußere Parasiten von Fragen zur Entwurmung unterscheiden
  5. Material und neue Hühner auf Hygienerisiken kontrollieren
  6. Einen Tierarzt zu Diagnose und Mitteln befragen

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Huhn und Stall getrennt kontrollieren

Beobachten Sie zuerst, wie sich die Hühner verhalten. Ein Huhn, das häufiger an seinen Federn pickt oder ein weniger gepflegtes Gefieder hat, kann von äußeren Parasiten betroffen sein. Solche Veränderungen zeigen Ihnen noch nicht, welche Parasiten es sind. Untersuchen Sie den Vogel in Ruhe und halten Sie ihn fest, ohne Druck auf den Körper auszuüben. Rund um die Kloake und unter den Flügeln können Sie die Federn vorsichtig auseinanderhalten. Läuse oder ihre Eier können dort auf der Haut oder am Federansatz sichtbar sein. Untersuchen Sie außerdem den Stall: die Ritzen, Legenester und Stellen, an denen die Sitzstangen auf ihren Halterungen aufliegen. Bei einer Kontrolle am Tag können Ihnen Milben entgehen, die erst im Dunkeln auf das Huhn kommen. Quellen: LICG, MSD über Läuse und MSD über Milben.

Was untersuchen Sie am Huhn und was im Stall?
Ort Wo schauen Sie nach? Was halten Sie fest?
Am Huhn An der Haut und am Federansatz, besonders rund um die Kloake und unter den Flügeln. Welches Huhn und welche Körperstelle; sich bewegende Tierchen, anhaftendes Material oder Veränderungen an Haut und Federn.
Im Stall In Ritzen und Legenestern sowie an den Verbindungsstellen der Sitzstangen. Die genaue Stelle, die Uhrzeit und was sich dort sichtbar bewegt.

Sind Läuse auf Hühnern dasselbe wie Blutläuse im Stall?

Nein. Blutlaus ist eine geläufige Bezeichnung für die Rote Vogelmilbe, nicht für eine echte Laus. Andere Milben können dagegen auf dem Huhn sitzen. Lassen Sie deshalb beurteilen, was Sie gefunden haben; dieser Ratgeber behandelt nicht die Bekämpfung der Blutlaus. Quellen: LICG und MSD Veterinary Manual.

Festhalten, was Sie sehen und wo Sie es sehen

Beschreiben Sie Ihre Beobachtung, ohne bereits eine Art zu benennen. Notieren Sie auch, wann Sie nachgeschaut haben: Wenn Sie bei einer Kontrolle am Tag nichts sehen, schließt das ein Problem im Stall nicht aus. Ein Foto kann zeigen, wo Sie nachgeschaut haben, doch die Bestimmung sollte nicht allein von diesem Foto abhängen. Die Unterscheidung nach Zeitpunkt und Fundort ist wichtig, weil sich Rote Vogelmilben tagsüber verstecken können. Das MSD Veterinary Manual beschreibt dieses Verhalten.

Kurze Notiz für das Gespräch mit dem Tierarzt
Frage Beispiel für Ihre Notizen
Wann und bei welchen Hühnern? Datum, Uhrzeit und welche Hühner Sie untersucht haben.
Wo genau? Die Körperstelle oder die Stelle im Stall.
Was haben Sie gesehen? Zum Beispiel sich bewegende Pünktchen, Material an den Federn oder eine Veränderung der Haut.
Was hat sich verändert? Wann es Ihnen erstmals auffiel und ob Sie dasselbe bei anderen Hühnern sehen.

Eine Notiz könnte lauten: „Bei dem braunen Huhn habe ich heute Nachmittag sich bewegende Pünktchen unter einem Flügel gesehen. An der Halterung der Sitzstange habe ich keine Bewegung gesehen.“ Das beschreibt eine Beobachtung, keinen nachgewiesenen Befall.

Äußere Parasiten von Fragen zur Entwurmung unterscheiden

Läuse und Milben sind äußere Parasiten. Eine Entwurmung betrifft innere Würmer; Juckreiz oder ein auffälliges Gefieder sind daher keine Grundlage für die Wahl eines Entwurmungsmittels. Hat ein Huhn außerdem beispielsweise auffälligen Kot, nimmt es ab oder ist es teilnahmslos? Besprechen Sie diese Anzeichen gesondert mit dem Tierarzt. Das LICG empfiehlt eine Kotuntersuchung durch einen Tierarzt und eine Behandlung, wenn die Untersuchung zeigt, dass sie nötig ist. Lesen Sie die Empfehlung des LICG.

Material und neue Hühner auf Hygienerisiken kontrollieren

Halten Sie neue Hühner zunächst getrennt von der bestehenden Gruppe und besprechen Sie mit einem Tierarzt eine Untersuchung ihres Kots. Das LICG empfiehlt dies, um die Übertragung von Parasiten zu vermeiden. Kontrollieren Sie auch Transportkisten und gebrauchte Stallteile, bevor Sie sie hineinbringen: Sowohl Läuse als auch bestimmte Milben können über befallene Gegenstände mitgebracht werden. Quellen: LICG, MSD über Läuse und MSD über Milben.

  • Neue Hühner: Beobachten Sie ihr Verhalten und untersuchen Sie Haut und Gefieder, während sie getrennt von der Gruppe untergebracht sind.
  • Kisten und gebrauchte Teile: Untersuchen Sie Nähte und Verbindungen, bevor Sie sie am Stall verwenden.
  • Gemeinsam genutztes Material: Halten Sie fest, woher es stammt, und reinigen Sie es vor der erneuten Verwendung.

Eine saubere Kiste trägt zur Hygiene bei, sagt Ihnen aber nicht, ob ein Huhn frei von Parasiten ist.

Einen Tierarzt zu Diagnose und Mitteln befragen

Erzählen Sie dem Tierarzt, was Sie am Huhn, im Stall oder an beiden Orten gesehen haben. Nehmen Sie Ihre Notizen und gegebenenfalls Fotos mit. Fragen Sie rechtzeitig um Rat, wenn ein Huhn teilnahmslos wird, abnimmt, schlecht frisst, einen auffallend blassen Kamm bekommt oder Atemnot hat. Solche Anzeichen sollten beurteilt werden, belegen aber keinen Befall mit einem bestimmten Parasiten. Das LICG beschreibt Krankheitssymptome bei Hühnern.

Lassen Sie den Tierarzt entscheiden, welche Untersuchung und welches Mittel, falls erforderlich, zu Ihrer Situation passen. Lesen Sie bei einem Tierarzneimittel immer die Packungsbeilage und befolgen Sie den Rat des Tierarztes. Fragen Sie bei legenden Hennen ausdrücklich, ob das Mittel für sie geeignet ist und wann ihre Eier wieder zum Verzehr verwendet werden können. Wenn für Eier eine Wartezeit gilt, dürfen sie während dieser Zeit nicht für den menschlichen Verzehr angeboten werden. Quellen: NVWA über Tierarzneimittel für Hobbytiere und NVWA über Wartezeiten.