Fangbereich und Arbeitsbereich für Schafe: Gitter, Laufweg und Fressgitter
Praxisratgeber
Fangbereich und Arbeitsbereich für Schafe: Gitter, Laufweg und Fressgitter
Einen Fangbereich für Schafe richtest du nach der Aufgabe ein, nicht nach der Anzahl der Gitter, die du hast. Zum Beobachten brauchst du vor allem einen guten Überblick; zum Wiegen muss jedes Schaf auch zu einer geeigneten Waage und danach weiterlaufen können. Zeichne deshalb zuerst den Sammelbereich, den Arbeitsplatz, den Ausgang für die Schafe und deinen eigenen Rückweg ein.

Inhaltsverzeichnis
- Schafe sammeln, beobachten, wiegen und Fressplätze verwalten
- Laufweg, Ausgänge und Engstellen für die Herde planen
- Versetzbare Gitter auswählen, befestigen und auf Stabilität prüfen
- Prüfen, ob ein Fressgitter zu den Schafen und zur Aufgabe passt
- Verschlüsse, scharfe Teile, Aufsicht und Rückweg prüfen
Kurz gesagt: Wähle die Tätigkeit, zeichne beide Wege ein, wähle passende Bauteile aus und prüfe den leeren Aufbau. Passe die Anordnung an die Tiere und den Ort an. Der britische Praxisleitfaden von AHDB zum Umgang mit Schafen beschreibt dafür weder einen universellen Aufbau noch gesetzliche Maßvorgaben für die Niederlande.
Schafe sammeln, beobachten, wiegen und Fressplätze verwalten
Wie viel Platz du brauchst, hängt davon ab, was du tun möchtest. Diese Fragen helfen dir bei der Entscheidung:
| Tätigkeit | Was planst du? | Vorher prüfen |
|---|---|---|
| Sammeln | Einen übersichtlichen, verschließbaren Bereich. | Wo kommen die Tiere hinein und wo gehen sie wieder hinaus? |
| Beobachten | Einen Platz mit Blick auf die Gruppe, ohne den Durchgang zu blockieren. | Kannst du ein Tier bemerken, das anders läuft oder sich absondert? |
| Wiegen | Einen Weg zu einer für Schafe geeigneten Waage, mit einem Ausgang dahinter. | Wohin geht das gewogene Tier, während sich das nächste nähert? |
| Fressplätze verwalten | Eine zugängliche Futterseite, die zur Gruppe passt. | Möchtest du nur Futter anbieten oder auch ein Tier festsetzen können? |
Sieh dir die Schafe regelmäßig aufmerksam an: Durch ihre Wolle können Veränderungen ihres Zustands weniger sichtbar sein. Das erläutert das LICG in seinen Informationen über Schafe. Wenn du eine Fütterungseinrichtung für Nutztiere verwendest, gelten auch Anforderungen an ausreichende Möglichkeiten zum Fressen und Trinken sowie an die Vermeidung von Rivalität; siehe die Regeln der niederländischen RVO.
Laufweg, Ausgänge und Engstellen für die Herde planen
Zeichne den Weg als Abfolge von Bereichen ein: Eingang → Sammelbereich → gegebenenfalls Durchgang oder Wiegeplatz → Ausgang. Zeichne außerdem ein, wo die betreuende Person steht und wie sie den Arbeitsplatz verlassen kann. Ein Tor, das im geöffneten Zustand den Durchgang versperrt, kann aus einem brauchbaren Weg doch noch eine Engstelle machen.
| Bereich | Frage |
|---|---|
| Sammelbereich | Bleibt die Gruppe sichtbar und kannst du den Eingang schließen? |
| Übergang zum Durchgang | Entsteht eine plötzliche Verengung, eine scharfe Ecke oder ein Spalt, durch den ein Lamm gelangen kann? |
| Arbeitsplatz | Kann die betreuende Person ein Tor bedienen, ohne eingeschlossen zu werden? |
| Ausgang | Kann ein Schaf nach der Tätigkeit weiterlaufen, ohne vor einer geschlossenen Ecke zu stehen? |
Achte auch darauf, was die Tiere vom Übergang aus sehen können und wie gut sie auf dem Untergrund Halt finden. AHDB weist darauf hin, dass Schafe vor einem scheinbar versperrten Ende stehen bleiben und versuchen können, Öffnungen zu nutzen. Betrachte den Aufbau deshalb selbst aus der Laufrichtung und lass einen neuen Weg möglichst von einem erfahrenen Schafhalter beurteilen. Sieh dir die Hinweise von AHDB an.
Versetzbare Gitter auswählen, befestigen und auf Stabilität prüfen
Mit versetzbaren Gittern kannst du den Sammelbereich anpassen, aber nicht jedes Gitter passt zu jeder Gruppe oder Verbindung. Vergleiche die angegebene Eignung für Schafe, die Öffnungen im Hinblick auf vorhandene Lämmer, mögliche Stellen, an denen Hörner oder Beine hängen bleiben können, und die verfügbaren Tore. Ein konkretes Schafgitter von VOSS.farming wird beispielsweise für versetzbare Sammelbereiche beschrieben und hat ein eigenes Stecksystem. Das sagt nichts darüber aus, ob es sich mit Gittern eines anderen Systems verbinden lässt.
Wähle Verbindungen und gegebenenfalls Stützen nach den Anleitungen der Bauteile aus, die du tatsächlich verwendest. Prüfe den leeren Aufbau: Bleiben die Gitter stehen, wenn du die Tore normal öffnest und schließt, und sitzen die Verbindungen auch an den Ecken und am Arbeitsplatz fest? Wenn die Stabilität fraglich ist, nutze den Aufbau erst, nachdem du eine passende Abstützung festgelegt hast.
Prüfen, ob ein Fressgitter zu den Schafen und zur Aufgabe passt
Ein Fressgitter regelt den Zugang zum Futter. Nur eine Ausführung mit einem dafür vorgesehenen Mechanismus kann zusätzlich ein Tier festsetzen; ein gewöhnliches Fressgitter ist also nicht automatisch ein Fangfressgitter. Ein niederländischer Anbieter beschreibt beispielsweise selbstschließende Fressgitter für Schafe, bei denen sich die Öffnung schließt, nachdem das Tier den Kopf hindurchgesteckt hat. Prüfe die Funktion immer beim genauen Modell.
Frage auch, ob dieses Modell für die Größe deiner Schafe, für eventuelle Lämmer und für Tiere mit Hörnern geeignet ist. Prüfe, wie sich der Mechanismus entriegeln lässt und ob du die Bedienung erreichen kannst, ohne den Weg der Herde zu kreuzen. Fehlen klare Angaben zu deiner Gruppe, bitte den Lieferanten um Auskunft. Ein Fressgitter ersetzt weder eine Waage noch einen Durchgang. An einem Fressplatz für Nutztiere müssen alle Tiere ausreichend Gelegenheit zum Fressen und Trinken bekommen. Die niederländische RVO erläutert diese Tierschutzanforderungen.
Verschlüsse, scharfe Teile, Aufsicht und Rückweg prüfen
Prüfe den Bereich, bevor du Tiere hineinlässt. Die allgemeinen niederländischen Anforderungen an die Unterbringung nennen unter anderem die Vermeidung von Verletzungen durch scharfe Kanten und hervorstehende Teile sowie die Verhinderung des Entweichens. Lies die Regeln bei der niederländischen RVO.
- Tore und Verbindungen: Öffne und schließe sie einmal. Prüfe, ob sie gemäß den Anleitungen des gewählten Systems befestigt sind.
- Öffnungen: Betrachte Spalten und Kanten auch aus der Perspektive vorhandener Lämmer oder behornter Schafe. Achte auf Stellen, an denen Kopf, Bein oder Wolle hängen bleiben können.
- Untergrund: Entferne lose Gegenstände und beurteile, ob Schafe und betreuende Personen sicher stehen können.
- Arbeitsposition: Sprecht ab, wer die Tiere begleitet und wer die Tore bedient. Legt einen Rückweg fest, der erreichbar bleibt, wenn ein Tor schließt.
- Auslauf: Prüfe, ob der vorgesehene Ausgang tatsächlich zu einem geeigneten nächsten Bereich führt.
- Aufsicht: Beobachte die Gruppe beim Durchleiten. Halte an, wenn Tiere an einem Übergang immer wieder stecken bleiben oder wiederholt zurückschrecken, und überprüfe zuerst den Weg.
Wenn du ein verletztes Schaf siehst oder eine Krankheit vermutest, lass das Tier untersuchen und wende dich an einen Tierarzt. Das LICG beschreibt Anzeichen, auf die du achten solltest. Einen Fangbereich zu planen ist etwas anderes, als eine tierärztliche Maßnahme durchzuführen.