Stall und Hof

Einstreu nach Verwendung, Pflegeaufwand und Kosten vergleichen

Vier Holzkisten mit Getreidehalmen, feiner pflanzlicher Einstreu, Holzspänen und Papierschnipseln auf einem Holztisch.

Praxisratgeber

Einstreu nach Verwendung, Pflegeaufwand und Kosten vergleichen

Kurzantwort: Vergleiche Einstreu für einen Stall oder eine Tierunterkunft in zwei Schritten. Wähle zuerst Materialien, die zum Tier und zur Funktion des Bodens passen. Vergleiche dann, wie viel du in deiner Unterkunft verbrauchst, wie viel Reinigungsarbeit das macht und was Anschaffung und Entsorgung kosten. Ein Preis pro Kilogramm sagt dir nicht, wie viel lockere Einstreu ein gepresster Ballen ergibt.

Vier Holzkisten mit Getreidehalmen, feiner pflanzlicher Einstreu, Holzspänen und Papierschnipseln auf einem Holztisch.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Tier und Unterkunft: Welche Maße bestimmen die benötigte Menge?
  3. Feuchtigkeitsaufnahme und tägliche Reinigung vergleichen
  4. Materialien und Verpackungsangaben gegenüberstellen
  5. Einstreu lagern und gebrauchtes Material entsorgen
  6. Vergleichstabelle zur Materialeignung und zu Produktangaben
  7. Vertiefung: Kosten anhand von Preis und eigenem Verbrauch schätzen

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Einen nassen Boden abziehen

Bodenabzieher 50 cm – Bürsten Walter Premium

Bodenabzieher 50 cm – Bürsten Walter Premium

Nachdem du nasse Einstreu entfernt hast, kannst du mit diesem Bodenabzieher Wasser auf dem Stallboden in Richtung eines Abflusses oder einer Tür schieben.

Darauf solltest du bei der Auswahl achten Prüfe, ob das Wasser auf deinem Stallboden an eine geeignete Stelle abgeleitet werden kann.

Tier und Unterkunft: Welche Maße bestimmen die benötigte Menge?

Miss nur die Bodenfläche, die du tatsächlich bedecken möchtest. Zeichne eine Toilettenschale oder einen Bereich mit einem anderen Untergrund gesondert ein. Dieses gedachte Messbeispiel zeigt, welche Angaben du brauchst; es sagt nichts über eine geeignete Größe der Unterkunft aus.

Messskizze in Zahlen für eine gedachte bedeckte Bodenfläche
Länge 3 Meter
Breite 2 Meter
Zu bedeckende Fläche 3 × 2 = 6 Quadratmeter
Passende Schichtdicke Selbst anhand von Tier, Unterkunft und gewähltem Produkt bestimmen
Gesondert eingezeichnet Trinkstelle oder Bereich mit einem anderen Untergrund

Wenn du für deine Situation eine passende Schichtdicke bestimmt hast, kannst du mit Fläche × Schichtdicke das Volumen der lockeren Schicht schätzen. Verwende dabei dieselbe Längeneinheit. Rechne das Gewicht eines gepressten Ballens nicht ohne Produktangaben in dieses Volumen um.

Die Funktion der Einstreu unterscheidet sich je nach Tier: Ein Pferdestall muss sauber und trocken bleiben, während ein Hamster auch einen Bodengrund braucht, in dem er graben kann. Übertrage deshalb eine Empfehlung zur Schichtdicke für ein Tier nicht auf ein anderes. Lies die passenden Informationen des LICG über Pferde oder Hamster.

Feuchtigkeitsaufnahme und tägliche Reinigung vergleichen

Achte beim Reinigen darauf, wo feuchte Stellen entstehen. Kannst du sie entfernen, ohne viel sauberes Material mitzunehmen? Wie viel füllst du anschließend nach und wie viel Zeit kostet es? Notiere das nacheinander für zwei geeignete Materialien in derselben Unterkunft. So vergleichst du deinen tatsächlichen Arbeitsablauf und nicht nur ein Versprechen zur Feuchtigkeitsaufnahme auf der Verpackung.

Richte dich dabei nach der Pflege des Tieres. Laut LICG erneuerst du bei Kaninchen täglich die Einstreu in der Toilettenecke oder Toilettenschale. Bei Meerschweinchen entfernst du schmutzige und nasse Stellen täglich und wechselst die Einstreu mindestens wöchentlich. Für den Nachtstall von Hühnern nennt das LICG als Faustregel, dass sich die Einstreu trocken anfühlen und keinen Ammoniakgeruch abgeben sollte. Ist gerade die Stelle am Trinkwasser immer wieder nass, prüfe auch, ob dort Wasser verschüttet wird.

Materialien und Verpackungsangaben gegenüberstellen

Ein Materialname garantiert noch nicht, dass jede Ausführung für jedes Tier geeignet ist. Das LICG nennt Stroh, Flachs und Holzspäne als mögliche Einstreu für einen Pferdestall, rät dort aber wegen des Staubs von Sägemehl ab. Für Meerschweinchen nennt das LICG unter anderem Hanffasern und Material auf Papierbasis und weist auf Staub und reizende Zusätze hin. Betrachte Holzspäne und Sägemehl also nicht als austauschbare Produkte.

Notiere für jedes infrage kommende Produkt, was tatsächlich auf der Verpackung steht: Verwendungszweck und Tierart, Material, Zusätze, Gebrauchsanweisung und Packungsinhalt. Halte auch fest, ob der Inhalt in Kilogramm oder Litern angegeben ist und ob ein genanntes Volumen vor oder nach dem Auflockern gilt. Fehlen diese Angaben, frage beim Lieferanten nach, statt selbst einen Umrechnungsfaktor zu erfinden.

Einstreu lagern und gebrauchtes Material entsorgen

  1. Vor der Verwendung: Lies die Lagerhinweise des gewählten Produkts und prüfe, ob die Verpackung unbeschädigt ist und das Material nicht feucht geworden ist. Wie du einen bestimmten Ballen lagerst oder vorbereitest, hängt von den Hinweisen für diesen Ballen ab.
  2. Beim Reinigen: Halte gebrauchte Einstreu von deinem sauberen Vorrat getrennt. Entferne nasses und verschmutztes Material entsprechend der Pflegeroutine für dein Tier und prüfe den Boden, bevor du nachfüllst. Siehe beispielsweise die Pflegehinweise des LICG für Meerschweinchen und Hühner.
  3. Für die Entsorgung: Prüfe, welches Tier die Einstreu benutzt hat und womit sie vermischt ist. Milieu Centraal ordnet Heu, Stroh und Sägemehl von kleinen Nagetieren samt deren Ausscheidungen dem niederländischen Bioabfall (gft) zu, Mist von großen Tieren dagegen nicht. Wie du gft zur Abholung bereitstellst, unterscheidet sich je nach Gemeinde; erkundige dich bei deiner Gemeinde, was für dich gilt.

Sammelst du gebrauchte Einstreu als Mist bei einem Stall oder Betrieb? Gehe dann nicht vom Entsorgungsweg für eine kleine Tierunterkunft aus. Das niederländische Informatiepunt Leefomgeving beschreibt, dass die geltenden Regeln für die Mistlagerung von der Tätigkeit und der Situation abhängen. Prüfe diese, bevor du einen Lagerplatz oder eine Entsorgungsvereinbarung festlegst.

Vergleichstabelle zur Materialeignung und zu Produktangaben

Die Tabelle enthält Verwendungsbeispiele aus den Tierinformationen des LICG über Pferde, Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen. Sie ist weder eine Rangliste zur Feuchtigkeitsaufnahme noch eine Empfehlung für ein einzelnes Produkt.

Verwendung und Produktangaben getrennt beurteilen
Material Genannter Verwendungskontext Was prüfst du? Preis und nutzbare Menge eines gewählten Produkts
Stroh Pferdestall; gehäckseltes Stroh im Hühnerstall; obere Schicht bei Kaninchen Form und Verwendung; bei Pferden auch, ob das Tier viel Stroh frisst Unbekannt
Flachs Pferdestall und Hühnerstall Ausführung und Gebrauchsanweisung Unbekannt
Holzspäne Pferdestall Staub und Produktspezifikation; nicht mit Sägemehl verwechseln Unbekannt
Hanffasern oder Hanfstroh Hanffasern bei Kaninchen und Meerschweinchen; Hanfstroh bei Hühnern Welche Form und Verwendung auf der Verpackung angegeben sind Unbekannt
Material auf Papierbasis Kaninchen und Meerschweinchen Ausführung, Staub und mögliche Zusätze Unbekannt

Vertiefung: Kosten anhand von Preis und eigenem Verbrauch schätzen

Erfasse die erste Füllung getrennt vom späteren Nachfüllen. Trage für beide geeigneten Optionen denselben Messzeitraum ein. Notiere auch Lieferung, mögliche Entsorgungskosten und Reinigungszeit. Ist ein Betrag nicht bekannt, schreibe „unbekannt“ und nicht null.

Tabelle zum Ausfüllen für dasselbe Tier und dieselbe Unterkunft
Posten Material A Material B
Preis pro Packung € … € …
Erste Füllung … Packungen … Packungen
Nachfüllmenge pro Woche … Packungen … Packungen
Lieferung und Entsorgung € … oder unbekannt € … oder unbekannt
Reinigungszeit pro Woche … Minuten … Minuten

Nur als Rechenbeispiel: Angenommen, du füllst nach der ersten Füllung wöchentlich drei Packungen A zu je € 12 oder zwei Packungen B zu je € 15 nach. Dann zahlst du für das Nachfüllen € 36 beziehungsweise € 30 pro Woche. Diese frei erfundenen Mengen und Preise sagen nichts über den Verbrauch deines Tieres aus. Die erste Füllung, Lieferung und Entsorgung kommen noch hinzu. Erst wenn du auch diese Angaben kennst, kannst du die Kosten über einen längeren Zeitraum fair vergleichen.