Hühner und Geflügel

Eier ohne Brutmaschine ausbrüten: einen brütenden Vogel wählen

Braunes Huhn sitzt in einem Strohnest in einem Holzstall, unter seiner Brust sind zwei Eier zu sehen.

Praxisratgeber

Eier ohne Brutmaschine ausbrüten: einen brütenden Vogel wählen

Eier ohne Brutmaschine auszubrüten ist mit einem geeigneten brütenden Vogel möglich, zum Beispiel mit einer brütigen Henne. Prüfe, bevor du Eier unterlegst, ob der Vogel tatsächlich brütet, die Eier geeignet sind und du die Jungen sicher unterbringen kannst. Hast du keinen brütenden Vogel? Versuche dann nicht, ein einzelnes Ei mit einer Lampe, Wärmflasche oder Heizung auszubrüten. Beim Brüten sind auch Feuchtigkeit, Belüftung und das Wenden der Eier wichtig. Lies mehr beim LICG über die Naturbrut und bei Poultry Extension über die Embryonalentwicklung.

Braunes Huhn sitzt in einem Strohnest in einem Holzstall, unter seiner Brust sind zwei Eier zu sehen.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Naturbrut oder Erwärmen mit einer Lampe?
  3. Ist der brütende Vogel geeignet und das Nest sicher?
  4. Welche Eier passen zum brütenden Vogel?
  5. Was kannst du notieren, ohne das Nest zu stören, und wann solltest du Rat einholen?
  6. Sichere Unterbringung und Versorgung nach dem Schlüpfen

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Naturbrut oder Erwärmen mit einer Lampe?

Bei der Naturbrut hält ein Vogel die Eier unter sich und kümmert sich um das Nest. Eine Wärmequelle im Haushalt kann das nicht ersetzen. Auch eine Wärmelampe für geschlüpfte Küken ist keine Methode, um Eier auszubrüten. Ohne geeigneten brütenden Vogel wartest du besser oder informierst dich gesondert über das Brüten mit einer Brutmaschine. Den Unterschied zwischen Brutbedingungen und Wärme für geschlüpfte Junge erläutert Poultry Extension.

Ist der brütende Vogel geeignet und das Nest sicher?

Achte bei einem Huhn auf sein Verhalten: Eine brütige Henne bleibt lange auf dem Nest, gibt typische Laute von sich und kann beschützend reagieren. Das sagt mehr über ihre momentane Bereitschaft zum Brüten aus als allein ihre Rasse. Sie muss ungestört sitzen können und Zugang zu Futter und Wasser haben. Prüfe schon jetzt, ob ein Jungtier später aus dem Nest fallen oder irgendwo stecken bleiben könnte. Das LICG beschreibt das Brutverhalten und mögliche Störungen am Nest.

Entscheidungshilfe, bevor du Eier bebrüten lässt
Voraussetzung Prüfe Wenn die Antwort Nein lautet
Brütender Vogel Bleibt der Vogel auf dem Nest und kannst du darauf achten, ob er Zugang zu Futter und Wasser hat? Lege noch keine Eier unter; hole bei Zweifeln an seiner Gesundheit Rat ein.
Geeignete Eier Kennst du die Art und Herkunft, und sind die Schalen unbeschädigt und sauber? Verwende diese Eier nicht für die Brut.
Sicherer Nistplatz Kann der Vogel dort ungestört sitzen und ist später Platz für Mutter und Junge? Sorge zuerst für einen geeigneten Platz oder verschiebe dein Vorhaben.
Versorgung nach dem Schlüpfen Hast du geeignetes Futter, sicheres Trinkwasser und jemanden, der dich bei Problemen beraten kann? Beginne noch nicht mit der Brut.

Welche Eier passen zum brütenden Vogel?

Frage nach der Art und Herkunft der Eier. Wähle keine Eier mit gesprungener Schale oder ungewöhnlicher Form. Nur aus einem befruchteten Ei kann ein Küken schlüpfen; bei einem frischen, ungeöffneten Ei lässt sich die Befruchtung nicht zuverlässig erkennen. Ein Ei zum Verzehr ist also nicht automatisch ein Brutei. Siehe das LICG zur Auswahl von Hühnereiern und Poultry Extension zur Befruchtung.

Achte auch auf Größe und Art. Cornell University beschreibt, dass Enteneier manchmal unter einer brütigen Henne ausgebrütet werden können. Das macht es noch nicht zur Standardwahl: Du musst auch wissen, wie du die geschlüpften Entenküken unterbringst. Als Richtwert schlüpfen Küken aus Hühnereiern nach etwa 21 Tagen, aus Eiern gewöhnlicher Enten nach etwa 28 Tagen und aus Gänseeiern in der Regel nach 28 bis 30 Tagen. Diese Zeiten sind keine Garantie für ein einzelnes Nest. Bei großen Gänseeiern unter einer Henne erfordert auch das Wenden besondere Aufmerksamkeit. Besprich eine solche Kombination vorher mit einer erfahrenen Person, die die betreffende Art hält. Die Unterschiede zwischen den Arten erläutern Poultry Extension und das LICG; Hinweise zu großen Gänseeiern finden sich im Informationsmaterial der UC Davis.

Müssen Eier zunächst gelagert oder transportiert werden? Hole dir dazu gesondert Rat, der zur Art passt, bevor du sie sammelst.

Was kannst du notieren, ohne das Nest zu stören, und wann solltest du Rat einholen?

Führe abseits des Nests kurze Aufzeichnungen: wann der Vogel zu brüten begonnen hat, welche Eier im Nest liegen und was du bei einem ruhigen Kontrollgang beobachtest. Notiere zum Beispiel, ob der Vogel zum Nest zurückkehrt, Zugang zu Futter und Wasser hat und von anderen Tieren gestört wird. So kannst du Veränderungen beschreiben, ohne die Eier jedes Mal aufzunehmen. Das LICG nennt einen vorzeitigen Abbruch und lange Unterbrechungen als mögliche Probleme bei der Naturbrut.

Bitte eine vogelkundige Tierärztin oder einen vogelkundigen Tierarzt um Rat, wenn der Vogel krank wirkt, Futter oder Wasser nicht gut erreichen kann, das Nest längere Zeit verlässt oder ein geschlüpftes Jungtier schwach wirkt. Bist du dir bei einer Kombination aus Vogel und Eiern unsicher? Frage dann vor dem Unterlegen jemanden um Rat, der Erfahrung mit diesen Arten hat. Öffne ein Ei, bei dem der Schlupf nicht normal zu verlaufen scheint, nicht selbst.

Sichere Unterbringung und Versorgung nach dem Schlüpfen

Bereite die Unterbringung vor, bevor die Jungen da sind. Für eine Glucke mit Küken empfiehlt das LICG einen von den übrigen Hühnern getrennten Platz und flaches Trinkwasser. Enten und Gänse benötigen besondere Aufmerksamkeit: Für Gänseküken nennt das LICG spezielles Aufzuchtfutter statt Hühnerfutter. Bei jungen Wasservögeln ist es außerdem wichtig, dass sie nicht übermäßig nass werden und auskühlen, so Poultry Extension.

  • Sorge für einen ruhigen, trockenen Platz, an dem Mutter und Junge zusammenbleiben können.
  • Stelle Trinkwasser bereit, das die Jungen erreichen können und das für sie nicht zu tief ist.
  • Besorge Futter, das zur schlüpfenden Art passt.
  • Prüfe, ob jedes Jungtier zur Mutter gelangen kann und Zugang zu Wasser hat.
  • Kläre vorher, wen du anrufen kannst, wenn die Mutter ein Jungtier nicht versorgt oder ein Jungtier schwach wirkt.

Ein brütender Vogel übernimmt einen großen Teil der Brut. Die Entscheidung, damit zu beginnen, liegt bei dir: Ohne sichere Unterbringung für die Jungen ist es vernünftiger, das Vorhaben zu verschieben.