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Camargue Pferd: die Rasse erkennen und richtig versorgen

Rassenratgeber

Camargue Pferd: die Rasse erkennen und richtig versorgen

Ein ausgewachsenes Camargue Pferd ist laut französischem Rassestandard ein Schimmel und hat ohne Hufeisen eine Widerristhöhe von 1,35 bis 1,50 Meter. Fohlen können noch dunkel sein. Wenn du sicher wissen möchtest, ob ein Pferd zu dieser Rasse gehört, prüfe die Zuchtbuchunterlagen: Am Fell allein kannst du das nicht erkennen. Für die Versorgung zählen vor allem die Bedürfnisse des einzelnen Pferdes und der Ort, an dem es lebt. Sieh dir das französische Zuchtprogramm an.

Herkunft

Frankreich; das ursprüngliche Zuchtgebiet umfasst die Camargue und umliegende Gebiete.

Abstammung

Der Eintrag im französischen Zuchtbuch ist für die offizielle Rassebezeichnung maßgeblich.

Widerristhöhe

Laut Standard 1,35 bis 1,50 Meter bei ausgewachsenen Pferden ohne Hufeisen.

Fell

Ausgewachsene Pferde sind Schimmel; Fohlen kommen mit gefärbtem Fell zur Welt und werden später heller.

Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Die Rasse im Überblick: Name, Zuchtbuch und Herkunft
  3. Aussehen und Unterschiede zwischen einzelnen Pferden
  4. Verwendung und Eignung: Erfahrung und Begleitung
  5. Checkliste zur Versorgung: Haltung, Bewegung, Futter, Hufe und passende Ausrüstung
  6. Passt ein Camargue Pferd zu deiner Situation?

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Die Rasse im Überblick: Name, Zuchtbuch und Herkunft

Der offizielle französische Rassename lautet Cheval Camargue. Die Rasse stammt aus Frankreich; ihr ursprüngliches Zuchtgebiet umfasst die Camargue und umliegende Gebiete. Der französische Züchterverband AECRC legt die Zuchtbuchregeln fest; das französische Pferdeinstitut IFCE übernimmt unter anderem die Registrierung und die Bestätigung der Abstammung. Das sind französische Rasseangaben, kein niederländischer Rassestandard. Lies die Zuchtbuchregeln der AECRC.

Das Camargue Pferd in vier Fakten
Merkmal Was die französischen Quellen zur Rasse beschreiben
Herkunft Frankreich; das ursprüngliche Zuchtgebiet umfasst die Camargue und umliegende Gebiete.
Abstammung Der Eintrag im französischen Zuchtbuch ist für die offizielle Rassebezeichnung maßgeblich.
Widerristhöhe Laut Standard 1,35 bis 1,50 Meter bei ausgewachsenen Pferden ohne Hufeisen.
Fell Ausgewachsene Pferde sind Schimmel; Fohlen kommen mit gefärbtem Fell zur Welt und werden später heller.

Das Zuchtbuch kennt auch Bezeichnungen für eingetragene Pferde, die außerhalb des ursprünglichen Zuchtgebiets geboren wurden. Frage bei einem angebotenen Pferd deshalb nach seinen eigenen Dokumenten und seinem Zuchtbucheintrag, unabhängig davon, wo es geboren wurde. Sieh dir die verschiedenen Zuchtbuchbezeichnungen an.

Aussehen und Unterschiede zwischen einzelnen Pferden

Der französische Standard nennt unter anderem eine tiefe Brust, eine volle Mähne, kräftige Beine und einen gut gestützten Rücken. Das sind Beschreibungen zur Beurteilung der Rasse, keine Zusage, dass jedes Pferd den gleichen Körperbau oder die gleiche Bewegung hat. Sieh dir ein Pferd deshalb auch aus der Nähe und in Bewegung an. Sieh dir den französischen Rassestandard an.

Achte beim Erkennen auf das Gesamtbild: Alter, Fell, Proportionen und Dokumente. Ein junges Tier muss noch nicht das helle Fell eines ausgewachsenen Schimmels haben. Umgekehrt ist ein helles Pferd ohne entsprechende Zuchtbuchunterlagen dadurch noch kein registriertes Camargue Pferd.

Verwendung und Eignung: Erfahrung und Begleitung

Die Rasse ist traditionell mit der Arbeit an Rindern verbunden. Das französische Zuchtprogramm richtet sich auch auf die Verwendung als Reitpferd und auf die Arbeit im Freien. Das sagt etwas über die Zuchtziele aus, aber nicht darüber, was ein angebotenes Pferd tatsächlich kennt oder gern macht. Frage nach seiner Ausbildung und Erfahrung mit der Verwendung, die du dir vorstellst. Lies die französischen Zuchtziele.

Lass dir beim Kennenlernen auch alltägliche Handgriffe zeigen, etwa das Annähern, Führen, Putzen und Satteln. Sieh dir das Pferd nach Möglichkeit in einer Umgebung an, die zu deinen Plänen passt. Wenn du noch wenig Erfahrung hast, nimm eine fachkundige Person mit, die dir helfen kann zu beurteilen, ob dieses Pferd mit seinem Charakter und seiner Ausbildung zu dir passt. Ein Rassename allein macht ein Pferd nicht für Reitanfänger geeignet. Lies die Hinweise des LICG zum Kauf.

Checkliste zur Versorgung: Haltung, Bewegung, Futter, Hufe und passende Ausrüstung

Auch ein Camargue Pferd braucht täglich Kontakt zu Artgenossen und Gelegenheit, sich frei zu bewegen. Außerdem gehören ein trockener Platz zum Stehen und Liegen, Schutz vor Witterung, ausreichend Raufutter und sauberes Trinkwasser zu einer guten Versorgung. Beurteile einen Stall oder eine Weide nach diesen Möglichkeiten und nicht nach der Annahme, dass diese Rasse darauf verzichten kann. Sieh dir die Informationen der RVO zur Versorgung an.

Prüfe diese Punkte für das Pferd, das du versorgst
Bereich Praktische Prüfung
Unterbringung Kann das Pferd trocken stehen und liegen, Schutz suchen und täglich Kontakt zu anderen Pferden haben?
Bewegung Gibt es jeden Tag freien Auslauf, zusätzlich zu einem möglichen Reittraining?
Futter und Wasser Sind Raufutter und sauberes Wasser verfügbar? Behalte den Körperzustand im Blick und passe die Futterration an das Pferd und seine Arbeit an.
Hufe und Haut Kontrolliere auf Steinchen, kleine Wunden und Scheuerstellen. Plane regelmäßige Hufpflege ein.
Ausrüstung Prüfe die Passform bei diesem Pferd und achte auf Verhaltensänderungen beim Satteln oder Reiten.

Nutze den Rassenamen nicht als Fütterungsplan. Achte darauf, ob das Pferd zunimmt oder abmagert, und besprich Unsicherheiten über seinen Körperzustand oder seine Futterration mit einer fachkundigen Person. Die Erläuterung des Sectorraad Paarden zum Körperzustand hilft dir, gezielter zu beobachten. Das LICG beschreibt die tägliche Kontrolle und Hufpflege.

Die Ausrüstung auf das Pferd abstimmen

Wähle einen Sattel nicht anhand der durchschnittlichen Größe der Rasse aus. Unter anderem müssen die Auflage auf dem Rücken, der Platz am Widerrist und an der Wirbelsäule sowie die Balance und Stabilität zum einzelnen Pferd passen. Lass die Passform beurteilen, wenn du unsicher bist. Reagiert das Pferd beim Satteln empfindlich oder verändert sich sein Verhalten beim Reiten, nimm das ernst: Solche Veränderungen können auf Schmerzen hinweisen. Besprich Anzeichen für Schmerzen mit einem Tierarzt. Sieh dir die Punkte zur Sattelkontrolle des IFCE an und die Erläuterung des LICG zu Anzeichen für Schmerzen.

Passt ein Camargue Pferd zu deiner Situation?

Beginne bei deinen Möglichkeiten im Alltag. Gibt es einen Platz mit freiem Auslauf, Kontakt zu anderen Pferden, Schutz vor Witterung sowie Absprachen zu Fütterung und Aufsicht? Ein Pensionsstall kann dafür geeignet sein, aber prüfe, was tatsächlich geregelt ist. Wenn du eine eigene Weide hast, überlege, wer die Versorgung übernimmt, wenn du weg bist. Regelmäßiges Reiten allein ersetzt weder freie Bewegung noch Gesellschaft. Lies, worauf die RVO bei guter Versorgung hinweist.

Frage dich dann, ob gerade dieses Pferd zu deiner Erfahrung und deinen Plänen passt. Für ruhige Ausritte möchtest du wissen, wie das Tier auf unbekannte Situationen reagiert; bei einem wenig ausgebildeten Pferd brauchst du auch Zeit und passende Unterstützung für die Ausbildung. Besprich vor dem Kauf bei Bedarf eine Untersuchung mit einem Pferdetierarzt. Plane Zeit und Geld für Unterbringung, Futter, Hufpflege und unerwartete Tierarztkosten ein. Sieh dir die Überlegungen des LICG zum Kauf an.

Prüfe beim Kauf in den Niederlanden den gültigen Pferdepass und lass kontrollieren, ob die Chipnummer mit dem Pass übereinstimmt. Bitte außerdem gesondert um einen Nachweis für den angegebenen Zuchtbucheintrag. Der Standort, an dem das Pferd untergebracht wird, muss eine UBN haben; die für den Standort verantwortliche Person übernimmt die jeweils geltende Registrierung. Kommt das Pferd direkt aus Frankreich, besprich vor dem Transport mit den Beteiligten die Dokumente und die niederländische Registrierung nach der Ankunft. Lies die Registrierungsregeln der RVO und die Informationen zur Einfuhr aus einem EU Land.