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Bretonisches Zugpferd: die Rasse erkennen und richtig versorgen

Braunes Zugpferd mit heller Mähne und hellem Schweif steht auf einer eingezäunten Weide bei einem Holzstall.

Rassenratgeber

Bretonisches Zugpferd: die Rasse erkennen und richtig versorgen

Ein Bretonisches Zugpferd erkennst du nicht sicher an seiner Farbe oder seinem kräftigen Körperbau. Es ist eine französische Rasse aus der Bretagne, mit zwei Körperbautypen innerhalb derselben Rasse: dem leichter gebauten Postier und dem kompakteren Trait. Möchtest du wissen, ob ein Pferd tatsächlich ein Breton ist, prüfe seine Zuchtbuchdaten. Für Pflege und Einsatz beurteilst du anschließend das Pferd selbst. Sieh dir das französische Zuchtprogramm an.

Braunes Zugpferd mit heller Mähne und hellem Schweif steht auf einer eingezäunten Weide bei einem Holzstall.
Woher stammt die Rasse?

Aus der Bretagne, Frankreich.

Welche Körperbautypen gibt es?

Postier und Trait, innerhalb einer Rasse.

Wie groß ist ein Breton?

Der französische Standard nennt eine durchschnittliche Widerristhöhe von 159 cm, mit 155 bis 165 cm als Richtwert. Ein einzelnes Pferd kann davon abweichen.

Was bestätigt die Rassezugehörigkeit?

Die Registrierung und Abstammung des betreffenden Pferdes, nicht nur sein Aussehen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Rassename, Herkunft und Eintragung ins Zuchtbuch
  3. Körperbau und praktische Unterschiede innerhalb der Rasse
  4. Von früherer Zugarbeit bis zum heutigen Einsatz: Welche Erfahrung ist nötig?
  5. Platz, Bewegung, Futter, Hufpflege und passende Ausrüstung
  6. Passt diese Rasse auf deinen Hof? Vergleich mit anderen Zugpferden

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Die Rasse im Überblick
Frage Antwort
Woher stammt die Rasse? Aus der Bretagne, Frankreich.
Welche Körperbautypen gibt es? Postier und Trait, innerhalb einer Rasse.
Wie groß ist ein Breton? Der französische Standard nennt eine durchschnittliche Widerristhöhe von 159 cm, mit 155 bis 165 cm als Richtwert. Ein einzelnes Pferd kann davon abweichen.
Was bestätigt die Rassezugehörigkeit? Die Registrierung und Abstammung des betreffenden Pferdes, nicht nur sein Aussehen.

Rassename, Herkunft und Eintragung ins Zuchtbuch

Der französische Rassename lautet Cheval de Trait Breton. Das ursprüngliche Zuchtgebiet liegt in der Bretagne und erstreckt sich bis in die Loire Atlantique; Bretonische Pferde werden auch außerhalb dieses Gebiets gezüchtet. Ein Pferd, das in der Bretagne geboren wurde, gehört also nicht automatisch zu dieser Rasse. Der französische Zuchtverband beschreibt Postier und Trait als Körperbautypen, die im Zuchtbuch nicht als getrennte Rassen unterschieden werden.

Bitte beim Kauf um die Abstammungsdaten und prüfe, ob die Identifizierung zum Pferd passt. Ein Pferdepass identifiziert das Tier, ist aber kein Eigentumsnachweis. In den Niederlanden gelten außerdem Vorschriften für den Pass, die Identifizierung und die Registrierung des Aufenthaltsorts. Steht das Pferd an deinem eigenen Standort, benötigst du als Betreiber des Standorts eine UBN. Der Betreiber registriert Pferde, die sich dort 30 Tage oder länger aufhalten; die Erstregistrierung nach Geburt oder Import erfolgt über eine bevollmächtigte Stelle. Prüfe die für deine Situation geltenden Vorgaben bei RVO zur Registrierung und RVO zum Pferdepass.

Körperbau und praktische Unterschiede innerhalb der Rasse

Nach dem französischen Standard ist der Postier gewöhnlich leichter und länger gebaut und hat einen auffallend energischen Trab. Der Trait wird als kräftiger, massiger und kompakter beschrieben. Der Standard lässt unter anderem Fuchs, Braun und Schwarz zu. Keine dieser Farben oder Körperbaumerkmale belegt für sich genommen die Abstammung. Angestrebt wird ein ruhiges und ausgeglichenes, aber auch lebhaftes Temperament: Das ist ein Zuchtziel, keine Garantie für den Charakter jedes einzelnen Pferdes. Lies die französische Rassebeschreibung.

Sieh dir ein Pferd deshalb aus der Nähe und in Bewegung an. Wie bewegt es sich im Schritt und Trab? Lass dir vom Verkäufer zeigen, wie es sich führen und versorgen lässt. Frage auch nach den gemessenen Körpermaßen: Ein Durchschnittswert aus dem Rassestandard sagt dir nicht, ob dein Stall, Halfter oder Geschirr passt.

Von früherer Zugarbeit bis zum heutigen Einsatz: Welche Erfahrung ist nötig?

Die Rasse hat eine Geschichte im Transportwesen und in der Landwirtschaft. Bei der Entwicklung des Postier spielten Kreuzungen mit Norfolk Hengsten eine Rolle. Das aktuelle französische Zuchtprogramm nennt unter anderem Arbeit und Freizeit als Einsatzbereiche. Dass eine Rasse für solche Tätigkeiten gezüchtet wird, bedeutet nicht, dass ein angebotenes Pferd dafür ausgebildet ist. Lies die Rassegeschichte und die aktuellen Zuchtziele.

Möchtest du reiten, fahren oder Zugarbeit machen? Frage, was genau dieses Pferd bereits gelernt hat, und lass dir die geplante Tätigkeit unter fachkundiger Begleitung vorführen. Organisiere selbst Unterricht oder Begleitung, wenn du mit dieser Tätigkeit noch wenig Erfahrung hast. Das LICG empfiehlt, vor dem Kauf eines Pferdes deine Erfahrung und den geplanten Einsatz zu berücksichtigen.

Platz, Bewegung, Futter, Hufpflege und passende Ausrüstung

Auch ein Bretonisches Zugpferd braucht Kontakt zu Artgenossen, tägliche Bewegung, einen sicheren Aufenthaltsort, Raufutter und jederzeit verfügbares Wasser. Prüfe, ob deine Einrichtungen zu den tatsächlichen Maßen und zum Verhalten des Pferdes passen. Das LICG gibt allgemeine Tipps zur Pferdehaltung.

Checkliste für deinen Hof
Bereich Was prüfst du?
Gesellschaft und Bewegung Kann das Pferd Kontakt zu Artgenossen haben und sich täglich frei bewegen?
Stall und Weide Sind Liegeplatz, Durchgänge, Belüftung, Unterstand und Einzäunung sicher und passend? Verwende keinen Stacheldraht um die Pferdeweide.
Futter und Wasser Sind Raufutter und frisches Wasser erreichbar, auch wenn Pferde zusammenstehen? Stimme das Futter auf das einzelne Pferd und seine Arbeit ab.
Hufe und Haut Bemerkst du Steinchen, kleine Wunden, Scheuerstellen oder eine Veränderung im Bewegungsablauf? Plane auch regelmäßige Hufpflege ein.
Halfter und Geschirr Passen Form und Größe, ohne Druck oder Reibung zu verursachen, auch beim geplanten Einsatz?

Ausrüstung für das einzelne Pferd auswählen

Vergleiche Größen und Eignung eines Halfters oder einer Futtereinrichtung erst, nachdem du das Pferd und den Einsatzort beurteilt hast. Sieh dir bei Bedarf die Farmora Kategorien Halfter, Heunetze und Slowfeeder und Einzäunung an. Eine Kategorie oder Größenbezeichnung allein bestätigt nicht, dass ein Artikel für dein Pferd geeignet ist.

Achte bei der täglichen Pflege auch auf Veränderungen. Weniger Fressen, wiederholtes Schauen zum Bauch, Wälzen oder ein veränderter Gang können auf Schmerzen hindeuten. Vermutest du eine Kolik, rufe sofort einen Tierarzt an. Das LICG beschreibt Anzeichen von Schmerzen bei Pferden.

Passt diese Rasse auf deinen Hof? Vergleich mit anderen Zugpferden

Vergleiche Rassen anhand ihrer jeweiligen Zuchtbuchbeschreibungen, nicht anhand eines allgemeinen Bildes vom „Zugpferd“. Der bretonische Standard unterscheidet Postier und Trait. Der französische Standard des Percheron beschreibt die Typen Trait und Diligencier. Das niederländische Zugpferdezuchtbuch beschreibt wiederum ein eigenes Zuchtziel für seine Zugpferderasse, mit Belgien als Ursprungsland. Diese französischen und niederländischen Standards sind nicht austauschbar. Siehe auch den französischen Percheron Standard.

Drei Fragen, bevor du ein Pferd auswählst
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Ein Fahrpferd Welche Erfahrung im Fahren kann der Verkäufer vorführen, und welche Begleitung brauchst du?
Ein Pferd für deinen eigenen Hof Kannst du Gesellschaft, Bewegung, Schutz sowie geeignetes Futter und Wasser täglich bereitstellen?
Gezielt einen Breton Stimmen Zuchtbuchdaten und Identifizierung, und passt dieses einzelne Pferd zu deinen Plänen?

Eine Rassebeschreibung hilft dir, gezielt zu suchen. Deine endgültige Entscheidung triffst du anhand der Papiere, der Gesundheit, der Ausbildung und des Umgangs mit dem Pferd sowie der Möglichkeiten auf deinem Hof.