Hühner und Geflügel

Belüftung im Hühnerstall beurteilen und verbessern

Praxisratgeber

Belüftung im Hühnerstall beurteilen und verbessern

Die Belüftung im Hühnerstall muss feuchte Luft abführen können, ohne dass Wind direkt über die schlafenden Hühner weht. Schau deshalb zuerst auf die Schlafplätze, die Einstreu und die vorhandenen Öffnungen. Ein zusätzliches Lüftungsgitter einzubauen ist nicht immer der erste Schritt: Vielleicht ist eine Klappe geschlossen, eine Öffnung mit Schmutz zugesetzt oder die Feuchtigkeit stammt von verschüttetem Wasser. Das LICG empfiehlt Belüftung ohne Zugluft; die Oregon State University Extension beschreibt, wie Luftaustausch hilft, Feuchtigkeit und Ammoniak aus einem Stall abzuführen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Feuchtigkeit, Geruch und Kondenswasser an Schlafplätzen und Öffnungen prüfen
  3. Lufteinlass und Luftauslass auf die Stallmaße abstimmen
  4. Verstellbare Lüftungsöffnungen vor Regen und unerwünschten Tieren schützen
  5. Wetter, Feuchtigkeit, Einstreu und Verhalten nach einer Änderung prüfen
  6. Drahtgitter, Verschlüsse und Verstopfungen regelmäßig prüfen

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Eine Tränke, bei der weniger Wasser verschüttet wird

Trinkturm für Geflügel auf Standfüßen, Limettengrün 3 l – Gaun

Trinkturm für Geflügel auf Standfüßen, Limettengrün 3 l – Gaun

Die kleinen Ränder dieser Tränke helfen, Wasser im Spender zu halten, wenn du untersuchst, ob verschüttetes Trinkwasser den Stall feucht macht.

Darauf solltest du bei der Auswahl achten Prüfe nach dem Aufstellen, ob die Hühner die Tränke erreichen können und ob die Einstreu rund um die Tränke trocken bleibt.

Feuchtigkeit, Geruch und Kondenswasser an Schlafplätzen und Öffnungen prüfen

Sieh dir den Schlafstall beim ersten Kontrollgang an, bevor du Türen längere Zeit offen lässt oder sauber machst. Achte auf beschlagene Scheiben, Feuchtigkeit an den Innenwänden, nasse Einstreu und einen stechenden Geruch. Notiere, wo dir etwas auffällt, nicht nur, dass der Stall feucht riecht. Das LICG nennt trockene Einstreu ohne Ammoniakgeruch als Ausgangspunkt. Laut der University of Minnesota Extension erfordern Kondenswasser oder Ammoniakgeruch, dass du sowohl die Belüftung als auch den Kot im Blick behältst.

Was du bei der ersten Kontrolle festhältst
Stelle Frage
Schlafplätze Wo sitzen die Hühner tatsächlich im Verhältnis zu Fenstern, Spalten und Lüftungsgittern?
Wände und Scheiben Wo siehst du Kondenswasser oder Feuchtigkeit und zu welcher Tageszeit?
Boden und Einstreu Welche Stellen fühlen sich nass an? Steht Wasser an der Tränke oder unter einer Öffnung?
Öffnungen Welche sind offen und ist der Durchgang frei?
Wetter Aus welcher Richtung kommen Wind und Regen? Ist die Feuchtigkeit erst nach einem Regenschauer sichtbar?

Eine nasse Stelle unter einer Öffnung kann auch durch eindringenden Regen entstehen. Schau dann auf die Klappe, die Dachkante und die Anschlüsse darum herum, statt nur nach mehr Belüftung zu suchen.

Lufteinlass und Luftauslass auf die Stallmaße abstimmen

Fertige eine einfache Skizze deines Schlafstalls an. Notiere Länge, Breite und Höhe, die Position der Sitzstangen und die Lage jeder Öffnung. Zeichne bei einer verstellbaren Öffnung die Stellung ein, die du tatsächlich nutzt. So siehst du, ob Außenluft in den Stall gelangen kann und wo die Luft wieder entweichen kann, ohne eine Öffnung direkt auf einen Schlafplatz auszurichten.

Den möglichen Luftweg im eigenen Stall nachvollziehen
Bereich Was du in die Skizze einträgst Was du vor Ort prüfst
Lufteinlass Die Position und die nutzbare Öffnung eines Fensters, einer Klappe oder eines Lüftungsgitters Gelangt bei der verwendeten Stellung Wind an die Sitzstangen?
Luftauslass Eine Öffnung, durch die Luft den Stall verlassen kann Ist dieser Durchgang frei und vor Regen geschützt?
Schlafplätze Die tatsächlichen Plätze der Hühner Verläuft ein möglicher Luftweg an diesen Plätzen entlang oder direkt darüber?
Feuchte Stellen Kondenswasser, nasse Einstreu und die Tränke Passt die Stelle zu einer undichten Stelle, verschüttetem Wasser oder Feuchtigkeit, die sich dort hält?

Öffnungen in Wänden, an Giebeln oder am Dach können Teil der natürlichen Belüftung sein. Wie viel Luftaustausch nötig ist, hängt unter anderem von der Größe des Stalls und der Hühnergruppe ab. Der eingezeichnete Weg ist also eine Hilfe bei der Beurteilung, keine Vorhersage der Luftströmung und keine feste Maßvorgabe für ein Lüftungsgitter. Prüfe die Situation auch, wenn sich die Windrichtung ändert. Siehe die Erläuterungen zur natürlichen Belüftung der Oregon State University Extension und zu Stallgröße und Gruppengröße der University of Minnesota Extension.

Verstellbare Lüftungsöffnungen vor Regen und unerwünschten Tieren schützen

Probiere bei einem vorhandenen Fenster oder Lüftungsgitter zuerst aus, ob du die Öffnung verstellen kannst, ohne Wind auf den Schlafplatz zu richten. Schau, ob eine Klappe in dieser Stellung sicher hält und ob Regenwasser außerhalb des Stalls bleibt. Durch die Verstellbarkeit kannst du die Öffnung an die Bedingungen anpassen; auch bei kaltem Wetter ist Luftaustausch nötig, um Feuchtigkeit abzuführen. Die University of Maryland Extension behandelt verstellbare Belüftung, und die University of Minnesota Extension beschreibt den Umgang mit Feuchtigkeit bei Kälte.

Prüfe bei einem offenen Fenster auch den Schutz vor unerwünschten Tieren. Ein stabiles Drahtgitter muss die Öffnung abdecken und auch an den Rändern gut abschließen. Gewöhnliches Fliegengitter ist dafür laut der University of Maryland Extension kein zuverlässiger Ersatz. Prüfe den Verschluss auch, wenn die Klappe teilweise offensteht. Wähle Drahtgitter oder Befestigung nicht allein anhand eines Beispielfotos: Was passt, hängt von der Öffnung und den Tieren ab, die du fernhalten möchtest.

Wetter, Feuchtigkeit, Einstreu und Verhalten nach einer Änderung prüfen

Ändere möglichst nur eine Einstellung auf einmal. Sieh nach der nächsten Nacht erneut nach, bevor du den Stall lüftest oder sauber machst, und prüfe noch einmal nach Regen oder starkem Wind. Vergleiche immer dieselben Stellen: Gibt es weniger Kondenswasser oder Geruch, bleibt die Einstreu trocken und sind die Hühner an ihrem Schlafplatz keinem direkten Luftstrom ausgesetzt? Entferne nasse Einstreu und untersuche verschüttetes Wasser, Kotansammlungen oder undichte Stellen gesondert. Eine andere Stellung des Lüftungsgitters beseitigt diese Ursachen nicht von selbst. Die University of Minnesota Extension empfiehlt, bei Feuchtigkeit oder Ammoniakgeruch auch Kot und Einstreu anzugehen.

  • Bei Kondenswasser: Prüfe, ob Luft sowohl hinein als auch hinaus kann, und notiere, bei welchem Wetter das Problem auftritt.
  • Bei einer neuen nassen Stelle: Prüfe, ob Regen eindringt oder Wasser verschüttet wurde.
  • Bei Wind an der Sitzstange: Stelle die Öffnung anders ein, ohne den gesamten Luftweg zu verschließen.
  • Bei ungewöhnlichem Verhalten: Notiere, was du beobachtest, aber betrachte es nicht als Messung der Luftqualität.

Niest oder röchelt ein Huhn, hat es Nasenausfluss oder atmet es mit offenem Schnabel, wende dich an einen Tierarzt. Warte nicht ab, ob eine Änderung am Stall diese Beschwerden behebt. Das LICG nennt diese Anzeichen bei Atemproblemen.

Drahtgitter, Verschlüsse und Verstopfungen regelmäßig prüfen

Beziehe die Öffnungen in deine übliche Stallkontrolle ein und schau nach stürmischem Wetter besonders genau hin. Prüfe Drahtgitter und Rahmen von beiden Seiten, teste, ob eine Klappe in der gewählten Stellung bleibt, und entferne Blätter, Staub oder Einstreu, die den Durchgang blockieren. Schau zum Schluss, ob eine Abdeckung Wasser nach außen ableitet und ob entlang des Drahtgitters kein neuer Zugang entstanden ist. So bleibt die Öffnung nutzbar und geschützt. Zur Bedeutung eines gesicherten offenen Fensters siehe die University of Maryland Extension.