Hühner und Geflügel

Gänse füttern: Grundfutter und Auslauf im Blick behalten

Weiße Gans neben einem hölzernen Futtertrog mit Pellets in einem eingezäunten, grünen Auslauf.

Praxisratgeber

Gänse füttern: Grundfutter und Auslauf im Blick behalten

Beim Füttern von Gänsen stehen drei Fragen am Anfang: Hältst du Küken oder erwachsene Tiere, für welche Gänse ist das Futter bestimmt und wie viel nutzbares Gras können sie erreichen? Hausgänse grasen viel. Ein geeignetes Gänsefutter oder Wassergeflügelfutter wird unter Berücksichtigung dessen ausgewählt, was sie im Auslauf finden. Lies die Empfehlungen des LICG zu Gänsen.

Weiße Gans neben einem hölzernen Futtertrog mit Pellets in einem eingezäunten, grünen Auslauf.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Haltung und Lebensphase als Grundlage für die Futterwahl
  3. Grundfutter für Gänse: Tierart und Lebensphase beim Anbieter und anhand einer unabhängigen Quelle prüfen
  4. Grün im Auslauf: wechselndes Angebot berücksichtigen
  5. Futterplatz zugänglich und sauber halten, fern von nassen oder schmutzigen Stellen
  6. Veränderungen bei Fressverhalten und Kondition mit einer Fachperson besprechen

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Kurz gesagt: Prüfe die Lebensphase auf dem Futteretikett, sieh dir das Gras an, das die Tiere tatsächlich nutzen, und beobachte beim Füttern, ob jede Gans ans Futter kommt. Ändert sich ihr Auslauf oder Fressverhalten, überprüfe die Futterwahl erneut.

Haltung und Lebensphase als Grundlage für die Futterwahl

Ein Gänseküken braucht anderes Futter als eine erwachsene Gans. Das LICG nennt Aufzuchtfutter für Küken, Grundfutter oder Erhaltungsfutter für erwachsene Gänse außerhalb der Brutzeit und Zuchtfutter oder Produktionsfutter rund um die Brutzeit. Halte deshalb fest, welche Tiere du hältst und in welcher Lebensphase sie sind, bevor du Produkte vergleichst. Sieh dir die Informationen des LICG zur Fütterung an.

Nutze die Checkliste für deine eigene Gruppe. Notiere vor allem, was du beobachtest: Eine eingezeichnete Grasfläche sagt noch nicht, wo die Gänse grasen können.

Checkliste für die Futterwahl und tägliche Kontrolle
Prüfpunkt Was notierst du? Wofür nutzt du die Angaben?
Tiere Anzahl, Lebensphase und gegebenenfalls Brutzeit Vergleiche dies mit der Zielgruppe des Futters.
Futterquelle Genauer Produktname, Anbieter und Zugang anderer Tiere zum Futter Frage bei Unklarheiten, für welche Tierarten das Produkt bestimmt ist.
Auslauf Erreichbares Gras, kahle Stellen und jüngste Veränderungen Sprich bei Fragen zur Futterwahl über das tatsächlich verfügbare Gras.
Futteretikett Tierarten, Lebensphase, Futterart und Fütterungsempfehlung Bewahre das Etikett oder ein Foto davon für gezielte Rückfragen auf.
Tägliche Kontrolle Welche Gänse fressen mit, was bleibt liegen und was fällt an ihrem Verhalten auf? Vergleiche deine Beobachtungen mit den Vortagen.

Grundfutter für Gänse: Tierart und Lebensphase beim Anbieter und anhand einer unabhängigen Quelle prüfen

Lies mehr als nur das Wort „Geflügel“ auf der Vorderseite des Sacks. Prüfe, ob Gänse zu den vorgesehenen Tierarten gehören, für welche Lebensphase das Futter bestimmt ist und ob es sich um ein Alleinfutter oder ein Ergänzungsfutter handelt. Garvo beschreibt sein Produkt 831 eenden en ganzenkorrel beispielsweise als vollständiges Erhaltungsfutter in Pelletform für erwachsene Enten und Gänse. Das ist ein Beispiel für eine klare Produktkennzeichnung, keine Empfehlung, dieses Produkt ohne weitere Prüfung zu wählen. Sieh dir die Produktinformationen von Garvo an.

Gleiche die Wahl auch mit unabhängigen Empfehlungen ab. Das LICG empfiehlt spezielles Aufzuchtfutter für Gänseküken und rät von gewöhnlichem Hühnerfutter für Gänse ab. Auch eine Bezeichnung wie „Entenfutter“ reicht für sich genommen nicht aus, um festzustellen, ob es für deine Gänse geeignet ist. Sind Tierart oder Lebensphase nicht eindeutig angegeben, frage beim Anbieter gezielt nach dem genauen Produkt. Sieh dir die Empfehlungen des LICG an.

Eine hilfreiche Frage lautet: „Ist dieses Alleinfutter für erwachsene Gänse außerhalb der Brutzeit bestimmt?“ Mit diesen Angaben kann der Anbieter konkreter antworten als auf die Frage, ob ein Sack „gut für Geflügel“ ist.

Grün im Auslauf: wechselndes Angebot berücksichtigen

Achte nicht nur auf die Größe des Auslaufs. Sieh nach, wo die Gänse tatsächlich grasen und welche Bereiche kahl, abgesperrt oder überwuchert sind. Laut LICG bevorzugen Gänse kurzes Gras. Auch die Qualität des verfügbaren Grases spielt eine Rolle: Informationsmaterial der University of Kentucky zur Gänsefütterung beschreibt, dass eine trockene, alte Weide kein Ersatz für ausreichend gutes Gras ist. Das LICG zur Gänseweide; Informationen der University of Kentucky zur Gänsefütterung.

Sieh dir den Auslauf erneut an, wenn ein Teil vorübergehend nicht zugänglich ist oder sich das Gras sichtbar verändert. Vergleiche diese Beobachtung mit dem, was du am Futterplatz siehst. Mehr Futterreste oder umgekehrt mehr Gedränge am Trog sind ein Anlass, genauer hinzusehen, nicht aber, aus einer einzigen Fütterung eine feste Futtermenge abzuleiten.

Prüfe auch, welche Pflanzen in Reichweite stehen. Das LICG nennt unter anderem Eibe und Goldregen als giftige Beispiele für die Gänseweide. Sieh dir die Informationen des LICG zum Auslauf an.

Futterplatz zugänglich und sauber halten, fern von nassen oder schmutzigen Stellen

Wähle einen Futterplatz, den du reinigen kannst und an dem das Futter nicht leicht nass oder schmutzig wird. Eine Futterschale kannst du täglich leeren und reinigen; bei einem Futterautomaten solltest du auch auf Ränder und Ritzen achten. Das LICG empfiehlt einen gut zu reinigenden Untergrund und möglichst einen Schutz vor Regen. Sieh dir die Empfehlungen des LICG zum Futterplatz an.

Beobachte die Gänse eine Weile, wenn sie zum Fressen kommen. Ein leerer Trog zeigt nicht, ob jedes Tier ans Futter gelangen konnte. Sorge dafür, dass auch verdrängte Gänse Zugang zum Futter haben, und entferne nasse, schmutzige oder verschimmelte Reste. Das LICG zum Zugang zu Futter.

Veränderungen bei Fressverhalten und Kondition mit einer Fachperson besprechen

Beobachte die Gänse beim Füttern auch einzeln. Ein Tier, das sich absondert, sichtbar abmagert, viel schläft oder ein auffälliges Federkleid oder hängende Flügel hat, muss tierärztlich untersucht werden. Diese Anzeichen sagen für sich genommen nichts über die Ursache aus. Das LICG empfiehlt tägliche Beobachtung und bei möglichen Krankheitsanzeichen Kontakt zu einer Tierärztin oder einem Tierarzt. Erfahre mehr darüber, wie du Auffälligkeiten bei Gänsen erkennst.

Notiere für dieses Gespräch, wann die Veränderung begann, welche Tiere betroffen sind und was sich am Futter oder Auslauf verändert hat. Nimm den genauen Produktnamen und das Etikett mit. Wenn eine Gans krank ist oder nicht frisst, wende dich an eine Tierärztin oder einen Tierarzt, statt zunächst selbst mit anderem Futter zu experimentieren.