Schweine

Buchtenanreicherung für Schweine: Unruhe und Verhalten in der Gruppe beurteilen

Drei hellrosa Schweine stehen in einer Bucht mit Stroh. Zwei wühlen im Stroh, während ein Halter hinter der Abtrennung zusieht.

Praxisratgeber

Buchtenanreicherung für Schweine: Unruhe und Verhalten in der Gruppe beurteilen

Ist eine Schweinegruppe unruhiger als sonst? Schau zuerst, welche Tiere beteiligt sind und was geschieht. Kontrolliere danach Futter, Wasser und Ruheplätze. Beurteile anschließend, ob die Buchtenanreicherung für die Gruppe nutzbar ist. Bei Beißen oder Verletzungen frage sofort einen Tierarzt für Schweine nach der nötigen Versorgung. Schwanzbeißen kann mit mehreren Umständen zusammenhängen; ein einzelner neuer Gegenstand ist keine Lösung für die ganze Gruppe. Wageningen Livestock Research beschreibt die Anzeichen und Risikofaktoren.

Drei hellrosa Schweine stehen in einer Bucht mit Stroh. Zwei wühlen im Stroh, während ein Halter hinter der Abtrennung zusieht.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Ruhe, Aktivität, Kontakte und Geräusche zu festen Zeitpunkten beobachten
  3. Futter, Wasser, Raumnutzung und Ruheplätze kontrollieren
  4. Beschäftigungsmaterial auf Erreichbarkeit, Sicherheit und Pflege prüfen
  5. Beißen und Verletzungen: sofortige Versorgung und fachkundige Hilfe
  6. Beobachtungen nach einer Änderung festhalten

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Beschäftigung zum Beobachten

Beißring für Schweine mit Aufhängekette, 18 cm

Beißring für Schweine mit Aufhängekette, 18 cm

Diesen Ring kannst du an der mitgelieferten Kette aufhängen, um zu sehen, ob die Schweine ihn aufsuchen.

Darauf solltest du bei der Auswahl achten Ein Ring ersetzt kein fressbares und durchwühlbares Material; kontrolliere auch die Erreichbarkeit und Nutzung des übrigen Materials.

Ruhe, Aktivität, Kontakte und Geräusche zu festen Zeitpunkten beobachten

Beobachte dieselbe Gruppe zu vergleichbaren Zeitpunkten, zum Beispiel vor der Fütterung und während einer ruhigen Phase. Welche Tiere liegen, welche sind aktiv und werden Tiere wiederholt vom Futter oder Material verdrängt? Achte auch auf Kontakte mit Ohren und Schwänzen sowie auf sichtbare Verletzungen. Notiere, was du siehst, ohne sofort eine Ursache festzulegen. Die Beobachtungspunkte von Wageningen Livestock Research umfassen unter anderem Verhalten, Schwanzhaltung und Verletzungen.

Hörst du andere oder mehr Geräusche als gewöhnlich? Schreib auf, wann und wo du sie gehört hast und was die Tiere dabei taten. Allein aus Geräuschen lässt sich nicht ableiten, was mit einem Tier los ist.

Futter, Wasser, Raumnutzung und Ruheplätze kontrollieren

Schau, ob auch verdrängte Tiere ausreichend Futter erreichen können. Kontrolliere, ob die Tränke funktioniert und erreichbar ist. Schweine, die älter als zwei Wochen sind, müssen ständig ausreichend frisches Wasser haben. Die RVO beschreibt die niederländischen Anforderungen an Futter und Wasser.

Schau, wo die Tiere liegen, aneinander vorbeigehen und einen Bereich möglicherweise meiden. Notiere eine nasse Liegefläche, auffällige Verschmutzung oder eine Veränderung des Stallklimas. Auch Ohrenbeißen, Schwanzbeißen und Verschmutzung sind laut NVWA Gründe, das Stallklima zu beurteilen; für sich genommen weisen sie nicht auf eine bestimmte Ursache hin. Lies, worauf die NVWA beim Stallklima achtet.

Beschäftigungsmaterial auf Erreichbarkeit, Sicherheit und Pflege prüfen

Beurteile, was die Schweine tatsächlich mit dem Material tun können. Die niederländische Aufsichtsbehörde verlangt eine Buchtenanreicherung, die unter anderem sowohl fressbar als auch durchwühlbar, erreichbar, sicher und sauber ist. In einer Gruppenbucht müssen jederzeit mindestens 25 Prozent der Tiere sie gleichzeitig nutzen können. Material aus einem Behälter muss auch an eine Stelle gelangen, an der die Tiere darin wühlen können; ein Behälter allein reicht nicht aus. Sieh dir die Kriterien und Beispiele der NVWA an.

Checkliste für Material in der Bucht
Prüfpunkt Frage bei der Beobachtung Notiere
Nutzung Können die Tiere das Material fressen und darin wühlen? Was tun sie tatsächlich damit? Material, Angebot und sichtbare Nutzung.
Zugang Kommen mehrere Tiere daran, ohne verdrängt zu werden? Liegt oder hängt es in Reichweite? Welche Tiere herankommen und wo es eng wird.
Sicherheit Siehst du scharfe Teile, Splitter, Schimmel oder Verschmutzung? Was du vorfindest und welches unsichere oder verschmutzte Material du entfernst.
Pflege Ist noch nutzbares Material vorhanden und wann wurde es zuletzt aufgefüllt oder ausgetauscht? Datum und durchgeführte Maßnahme.

Kontrolliere das Material erneut, nachdem es genutzt und verschmutzt wurde. Erneuere, ergänze oder ersetze es mindestens einmal pro Woche, damit es interessant bleibt; tue dies früher, wenn es schmutzig oder nicht mehr nutzbar ist. Auch die Höhe zählt: Angebotenes Material darf laut NVWA nicht über Schulterhöhe der Schweine hängen. Wie gut ein Behälter nutzbar ist, hängt vom Material und davon ab, was die Tiere gleichzeitig damit tun können. Die NVWA erläutert Erreichbarkeit und Pflege.

Beißen und Verletzungen: sofortige Versorgung und fachkundige Hilfe

Siehst du Beißen, frisches Blut oder ein verletztes Tier? Notiere, welche Tiere beteiligt sind, was du gesehen hast und wo sich die Verletzung befindet. Wende dich sofort an einen Tierarzt für Schweine, damit er die Tiere und die nötige Versorgung beurteilt. Eine Wunde kann die Aufmerksamkeit anderer Schweine auf sich ziehen. Besprich zugleich, welche Umstände in der Gruppe genauer untersucht werden müssen; warte nicht ab, ob anderes Material das Verletzungsproblem löst. Das LICG bespricht kleine Wunden bei Schweinen und rät, bei Zweifeln an ihrer Gesundheit einen Tierarzt zu konsultieren.

Beobachtungen nach einer Änderung festhalten

Halte zuerst fest, was du gesehen hast. Schreib danach auf, was du geändert hast, und beobachte die Gruppe erneut zu vergleichbaren Zeitpunkten. So kannst du Veränderungen besprechen, ohne eine Wirkung vorauszusetzen.

Kurzes Beobachtungsprotokoll pro Gruppe
Zeitpunkt Tiere und Verhalten Versorgung und weiteres Vorgehen
Vor der Änderung Ruhe, Aktivität, Kontakte untereinander, Geräusche und Verletzungen. Zugang zu Futter und Wasser, Ruheplätze und Nutzung des Materials.
Die Änderung Welche Tiere oder welchen Teil der Gruppe betrifft sie? Datum, was geändert wurde und wo.
Bei der nächsten Beobachtung Was ist anders, was nicht und gibt es neue Verletzungen? Ist das Material noch sauber und erreichbar? Welche Frage stellst du einer Fachperson?

Mehr Interesse am Material oder weniger Geräusche sind nützliche Beobachtungen, sagen für sich genommen aber nicht, dass Beißen nicht mehr auftreten kann. Kontrolliere deshalb weiterhin auch die Tiere.