Atemwegsbeschwerden bei Pferden: Was solltest du bei Sorge vor einer Ansteckung notieren?
Praxisratgeber
Atemwegsbeschwerden bei Pferden: Was solltest du bei Sorge vor einer Ansteckung notieren?
Hustet ein Pferd und machst du dir Sorgen wegen einer Ansteckung? Notiere für jedes Pferd, was du beobachtest, wann es begonnen hat und welche Kontakte es gab. Ruf den Tierarzt an, wenn das Pferd krank wirkt oder weitere Pferde Beschwerden bekommen. Husten kann verschiedene Ursachen haben; anhand einer Liste lässt sich nicht feststellen, welches Virus beteiligt ist.

Inhaltsverzeichnis
- Produkte zu diesem Ratgeber
- Husten, Verhalten und Temperatur sachlich dokumentieren
- Andere Pferde im Stall, Transporte und kürzliche Veranstaltungen erfassen
- Warum Husten kein Rhinovirus nachweist
- Kontaktbeschränkung und Stallhygiene mit dem Tierarzt abstimmen
- Wann du den Tierarzt anrufen und weitere Untersuchungen besprechen solltest
Hilfreich zu diesem Ratgeber
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Ein eigener Futtereimer für jedes Pferd

Aufhängbarer Pferdefuttereimer mit Metallhenkel, 15 l, Schwarz – Vplast
Ein Futtereimer zum Aufhängen hilft dir, den Futtereimer eines Pferdes mit Beschwerden von denen der anderen Pferde im Stall getrennt zu halten.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Wähle einen Platz, an dem das Pferd das Futter gut erreichen kann und der Eimer nicht im Weg hängt.
Husten, Verhalten und Temperatur sachlich dokumentieren
Schreib auf, wann du erstmals etwas beobachtet hast, und ergänze Veränderungen mit Datum und Uhrzeit. Notiere Husten, Nasenausfluss, Appetit, Aufmerksamkeit und wie das Pferd in Ruhe atmet. Wenn du die Temperatur misst, schreib den Wert auf. Ist eine sichere Messung nicht möglich, notiere „nicht gemessen“. Fieber, Nasenausfluss und Mattigkeit gehören zu den Anzeichen, die ein Tierarzt bei Rhinopneumonie beurteilt.
Übersicht für jedes Pferd
Beginne eine neue Zeile, wenn sich etwas verändert. „Hustete beim Füttern“ ist hilfreicher als „hat Rhino“. Notiere auch, welche anderen Pferde im Stall noch keine Beschwerden zeigen.
| Datum und Uhrzeit | Pferd und Standort | Husten und Nasenausfluss | Verhalten und Atmung | Temperatur oder nicht gemessen |
|---|---|---|---|---|
| Auszufüllen | Auszufüllen | Auszufüllen | Auszufüllen | Auszufüllen |
Andere Pferde im Stall, Transporte und kürzliche Veranstaltungen erfassen
Erstelle eine Zeitleiste rund um den Beginn der Beschwerden. Welche Pferde standen zusammen, wurden zusammen transportiert oder waren bei derselben Veranstaltung? Notiere auch gemeinsam genutzte Eimer oder Ausrüstung und wer die Pferde versorgt hat. Angaben zu Transporten und Kontakten mit anderen Pferden helfen dem Tierarzt bei der Beurteilung von Atemwegsbeschwerden. Bei manchen Atemwegsviren können auch gemeinsam genutzte Gegenstände eine Rolle spielen.
Übersicht möglicher Kontakte
Schreib für jedes Ereignis eine Zeile. Wenn du etwas nicht sicher weißt, notiere „unbekannt“. Ein Kontakt ist kein Beweis für eine Ansteckung.
| Datum und Uhrzeit | Betroffenes Pferd | Anderes Pferd oder anderer Stall | Kontakt oder gemeinsam genutzte Gegenstände | Bei wem nachfragen? |
|---|---|---|---|---|
| Auszufüllen | Auszufüllen | Auszufüllen | Auszufüllen | Auszufüllen |
Warum Husten kein Rhinovirus nachweist
Frag nach, was jemand meint, wenn er „Rhino“ oder „Rhinovirus“ sagt. Bei Pferden bezeichnet „Rhino“ gewöhnlich die Rhinopneumonie durch equine Herpesviren vom Typ 1 oder 4. Equine Rhinitisviren A und B sind andere Viren. Die von ihnen verursachten Atemwegssymptome können denen anderer Infektionen ähneln.
Auch Grippe, eine bakterielle Infektion oder eine nicht ansteckende Erkrankung wie Asthma kann Atemwegsbeschwerden verursachen. Der Tierarzt beurteilt die möglichen Ursachen und entscheidet, ob eine Untersuchung nötig ist. Bei Verdacht auf Rhinopneumonie kann das beispielsweise die Untersuchung einer Nasenprobe mittels PCR sein. Die KNMvD beschreibt diese Diagnostik.
Kontaktbeschränkung und Stallhygiene mit dem Tierarzt abstimmen
Besprich, wie du ein Pferd mit möglicherweise ansteckenden Beschwerden vorerst von anderen Pferden trennen kannst und was du mit geplanten Ortswechseln machst. Halte die Gegenstände des betroffenen Pferdes getrennt und wasch dir nach dem Kontakt die Hände. Frag, wer das Pferd versorgt und welche Absprachen für die anderen Pferde gelten. Die KNMvD empfiehlt bei einem Ausbruch von Rhinopneumonie die Trennung der Pferde, keinen Austausch von Gebrauchsgegenständen und gute Handhygiene. Welche Maßnahmen hier passen, besprichst du mit dem Tierarzt.
Frag auch, wer gegebenenfalls andere betroffene Pferdehalter informiert. Teile mit, was beobachtet wurde und welche Kontakte bekannt sind. Bezeichne einen Verdacht nicht als bestätigte Diagnose.
Wann du den Tierarzt anrufen und weitere Untersuchungen besprechen solltest
Ruf sofort an, wenn das Pferd in Ruhe Atemnot hat, schwankend läuft, nicht aufstehen kann oder eine Stute ihr Fohlen verliert. Atemnot erfordert eine tierärztliche Untersuchung; die KNMvD beschreibt bei Rhinopneumonie auch neurologische Symptome und den Verlust eines Fohlens. Ruf noch am selben Tag an, wenn zum Husten Fieber, Mattigkeit oder fehlender Appetit hinzukommen oder mehrere Pferde Beschwerden bekommen. Melde dich auch, wenn der Husten anhält, obwohl das Pferd sonst nicht krank wirkt. Das Universitair Dierenziekenhuis erläutert, wann Husten ein Grund für einen Anruf ist.
Halte beim Anruf deine beiden Übersichten bereit. Sag, wann die Beschwerden begonnen haben, welche Pferde betroffen sind und was du über ihre Kontakte weißt. Erwähne, ob tragende Stuten im Stall stehen. Frag, ob der Tierarzt das Pferd sehen möchte, ob eine Untersuchung sinnvoll ist, welche anderen Pferde im Stall du weiter beobachten sollst und bei welcher Veränderung du erneut anrufen sollst. Im Notfall rufst du zuerst deinen eigenen Tierarzt an.