Hufrehe bei Pferden: Welche Anzeichen fallen auf und wann solltest du den Tierarzt anrufen?
Praxisratgeber
Hufrehe bei Pferden: Welche Anzeichen fallen auf und wann solltest du den Tierarzt anrufen?
Vermutest du Hufrehe bei deinem Pferd oder Pony? Ruf sofort den Tierarzt an. Warte nicht, bis du mehrere Anzeichen gleichzeitig siehst. Lass das Pferd nicht laufen, um seinen Gang zu überprüfen: Akute Hufrehe kann sehr schmerzhaft sein und muss schnell beurteilt werden. Das Universitätsklinikum für Tiere empfiehlt bei akuter Hufrehe, sofort einen Tierarzt zu konsultieren und das Pferd nicht laufen zu lassen.

Inhaltsverzeichnis
Achte vor allem darauf, was sich gegenüber der üblichen Haltung und Bewegung deines Pferdes verändert hat. Die folgenden Beobachtungen helfen dir beim Telefonat; der Tierarzt beurteilt, was vorliegt.
Mögliche Veränderungen bei Haltung, Bewegung und Hufen
| Worauf achtest du? | Was kann auffallen? | Was teilst du mit? |
|---|---|---|
| Stehen | Das Pferd stellt die Vorderbeine nach vorn, stellt die Hinterbeine weiter unter den Körper oder verlagert ständig sein Gewicht. | Welche Haltung anders ist als sonst und seit wann. |
| Bewegung und Ruhe | Das Pferd läuft von sich aus mit kurzen Schritten oder steif, will nicht laufen oder liegt viel. | Was du bereits beobachtet hast und ob das Pferd noch von selbst aufsteht. |
| Hufe | Ein Huf fühlt sich wärmer an als gewohnt, oder du hast einen auffällig pochenden Puls an der Fessel bemerkt. | Welcher Huf betroffen ist. Wenn du das nicht bemerkt hast, musst du es nicht nachträglich überprüfen. |
Eine bestimmte Haltung oder ein warmer Huf beweist für sich genommen keine Hufrehe. Auch ohne die typische Haltung kann ein Pferd Schmerzen haben. Bring das Pferd nicht eigens in Bewegung, um die Tabelle auszufüllen.
Wann solltest du sofort den Tierarzt kontaktieren?
Ruf sofort an, wenn du Hufrehe vermutest. Sag gleich, wenn dein Pferd kaum laufen will, nicht stehen will oder viel liegt. Auch wiederkehrende oder länger bestehende Beschwerden sollten tierärztlich beurteilt werden. Das Universitätsklinikum für Tiere erklärt, warum eine Rücksprache sowohl bei akuter als auch bei länger bestehender Hufrehe wichtig ist.
Lass das Pferd während des Telefonats dort stehen oder liegen, wo dies sicher möglich ist. Zwing es nicht zum Laufen und sprich vor einer möglichen Verlegung mit dem Tierarzt. Frag, was du vor Ort tun sollst, bis er da ist, auch wenn du beim Kühlen oder beim Zugang zu Weide und Futter unsicher bist. Der KNMvD Leitfaden warnt davor, dass es unvernünftig sein kann, ein akut schmerzgeplagtes Pferd für eine Untersuchung laufen zu lassen oder zu transportieren.
Zeitlicher Verlauf, Bewegung und Vorgeschichte am Telefon schildern
Du musst die Ursache nicht kennen, bevor du anrufst. Beginne damit, wie es dem Pferd im Moment geht. Diese Punkte helfen dir, kurz und klar zu schildern, was du weißt:
- Beginn und Verlauf: Wann hast du das Pferd zuletzt normal stehen oder laufen sehen, und wann ist dir die Veränderung aufgefallen?
- Jetzt: Steht oder liegt das Pferd, steht es von selbst auf und wie hat es sich bewegt, als du es zuletzt laufen gesehen hast?
- Vorgeschichte: Gab es frühere Beschwerden, eine bekannte Erkrankung wie PPID oder das equine metabolische Syndrom, eine kürzliche Erkrankung, eine Verletzung an einem anderen Bein oder Veränderungen beim Weidegang oder Futter?
- Praktisches: Wo steht das Pferd und unter welcher Nummer bist du erreichbar?
Erwähne kürzliche Ereignisse als Hintergrund, nicht als festgestellte Ursache. Wenn du etwas nicht weißt, sag das ruhig. Beginn und Verlauf, frühere Beschwerden und die Krankengeschichte helfen bei der Beurteilung, wie im KNMvD Leitfaden beschrieben.
Untersuchung, Hufpflege und ein individueller Fütterungsplan gehören in fachkundige Hände
Der Tierarzt beurteilt, welche Untersuchungen und weiteren Schritte für dieses Pferd geeignet sind. Röntgenbilder können Aufschluss über die Lage des Hufbeins geben, sind bei einem Pferd mit akuten Schmerzen aber nicht unbedingt der erste Schritt, wenn es dafür laufen oder transportiert werden muss. Besprich das zuerst mit dem Tierarzt. Der KNMvD Leitfaden erläutert diese Abwägung.
Auch die Hufpflege, die gesamte Futterration und die spätere Bewegung erfordern Entscheidungen für das einzelne Pferd. Der Tierarzt kann dabei mit einem Hufschmied und bei Bedarf mit einer Fachperson für tierärztliche Ernährungsberatung zusammenarbeiten. Beginne nicht selbst mit einer Hufbehandlung oder einem Bewegungsplan. Der KNMvD Leitfaden beschreibt diese Zusammenarbeit und weist darauf hin, dass es keinen allgemeinen Rehabilitationsplan gibt.