Fütterung von Ziegen: Raufutter, Weide und tägliche Futterkontrolle
Praxisratgeber
Fütterung von Ziegen: Raufutter, Weide und tägliche Futterkontrolle
Beginne mit drei Fragen: Was bekommen deine Ziegen zu fressen, haben sie jederzeit frisches Trinkwasser und kommt jedes Tier ans Futter? Halte Raufutter, Weide und gegebenenfalls Ergänzungsfutter fest. Schau dann täglich nach, was tatsächlich gefressen wird. Mit diesen Informationen kannst du gezielt Rat zur Fütterung einholen, ohne selbst eine feste Ration festzulegen. Ziegen sind Wiederkäuer; geeignetes Raufutter und erreichbares Trinkwasser sind wichtige Grundlagen. Mehr über die Fütterung von Ziegen beim LICG lesen.

Inhaltsverzeichnis
- Produkte zu diesem Ratgeber
- Alter und Nutzung der Ziegen: Raufutter, Weide und Wasser erfassen
- Raufutter und Ergänzungsfutter: Zweck, Etikett und Beratung
- Weidepflanzen nach Art, Herkunft und Umständen beurteilen
- Futterplätze für alle Ziegen: Zugang, Futterverluste und Hygiene
- Fütterungsempfehlung bei Veränderungen der Tiergruppe, des Futters oder der Futteraufnahme überprüfen
Hilfreich zu diesem Ratgeber
Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Ein fester Futterplatz

Pferdefuttertrog, 6 l, Schwarz – Vplast
Dieser Futtertrog ist auch für Ziegen gedacht und hilft dir, einen festen Platz für Ergänzungsfutter einzurichten.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Achte darauf, ob alle Ziegen in Ruhe ans Futter kommen, und stelle bei Bedarf mehr als einen Trog auf.
Eine zusätzliche Tränkstelle

Futtertrog aus Naturkautschuk für Futter und Wasser, 20 l – Gobel
Diesen Trog mit 20 Litern Fassungsvermögen kannst du drinnen oder draußen als Wasserbehälter verwenden.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Wähle einen Platz, an den alle Ziegen gelangen können, und erneuere das Wasser täglich.
Trockenfutter getrennt lagern

Futtertonne mit Deckel und Verschluss, 40 l – Vplast
Diese verschließbare Futtertonne hat ein beschreibbares Etikett, auf dem du festhalten kannst, welches Futter darin ist.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Bewahre auch das Originaletikett mit dem Chargencode auf, damit du weißt, welches Futter du anbietest.
Alter und Nutzung der Ziegen: Raufutter, Weide und Wasser erfassen
Notiere, welche Tiere zusammen fressen, zum Beispiel heranwachsende Ziegen und ausgewachsene Tiere. Halte gesondert fest, ob ein Tier trächtig ist, Junge säugt oder noch Milch bekommt. Solche Unterschiede sind wichtig, wenn eine Fachperson das Futter beurteilt. Das Merck Veterinary Manual erklärt, warum Lebensphase und verfügbares Futter eine Rolle spielen.
Schreibe für jede Gruppe auf, welches Raufutter du anbietest, aus welcher Charge es stammt, welche Weide zugänglich ist und wo die Tränkstellen stehen. Fotografiere auch die Etiketten von gekauftem Futter. Bemerkst du, dass ein Tier weniger frisst als die anderen? Notiere das bei diesem Tier, nicht nur bei der Gruppe.
Raufutter und Ergänzungsfutter: Zweck, Etikett und Beratung
Gras und Heu sind Beispiele für Raufutter für Ziegen. Auch bei Weidegang bleibt Heu laut LICG wichtig. Die Wahl des Ergänzungsfutters hängt von den Tieren und davon ab, was das verfügbare Raufutter bereits liefert. Mehr Pelletfutter ersetzt kein Raufutter von guter Qualität. LICG: Fütterung von Ziegen und Merck: Fütterung und Raufutterqualität.
Wenn du Mischfutter kaufst, prüfe die vorgesehene Tierart, die Kennzeichnung als Ergänzungsfuttermittel oder Alleinfuttermittel, die Zusammensetzung, die Gebrauchsanweisung, das Mindesthaltbarkeitsdatum und den Chargencode. Ein Etikett beschreibt das Produkt, sagt aber für sich genommen nicht aus, ob deine Ziegen es brauchen. Nimm es mit, wenn du die gesamte Fütterung besprichst. Gib Ziegen nicht automatisch Schafpellets. Die niederländische NVWA beschreibt die Kennzeichnungsanforderungen für Mischfutter; das LICG erläutert den Unterschied zu Schafpellets.
Entscheidungstabelle für deine Futterbesprechung
| Futterquelle | Herkunft erfassen | Vor dem Anbieten kontrollieren | Frage an die Fütterungsberatung |
|---|---|---|---|
| Heu oder anderes Raufutter | Lieferant, Charge und Lagerung | Ist es sichtbar sauber und frei von Schimmel? | Welche Angaben zur Qualität werden noch benötigt? |
| Weide | Weidefläche und Zeitraum des Zugangs | Welche Pflanzen sind erreichbar und hat sich das Angebot verändert? | Wie wird dieses wechselnde Angebot berücksichtigt? |
| Zweige oder Blätter | Pflanzenart und Herkunftsort | Sind Art und Herkunft unklar? Biete sie dann nicht an. | Ist diese Pflanze in dieser Situation geeignet? |
| Ergänzendes Mischfutter | Etikett und Chargencode | Für welche Tierart ist es vorgesehen und was steht in der Gebrauchsanweisung? | Welche Funktion hat es neben dem übrigen Futter? |
| Trinkwasser | Wasserquelle und Tränkstellen | Ist es frisch und kommen alle Tiere daran? | Muss die Wasserversorgung angepasst werden? |
Die Kontrollen von Raufutter, Wasser und Pflanzen entsprechen den Empfehlungen des LICG und von Merck. Die Fragen zum Etikett orientieren sich an den Informationen der NVWA.
Weidepflanzen nach Art, Herkunft und Umständen beurteilen
Dass eine Ziege an einer Pflanze knabbert, beweist nicht, dass sie geeignet ist. Achte auch auf Bewuchs, der über den Zaun hängt. Biete keine Schnittabfälle oder gepflückten Pflanzen an, wenn du dir bei Art oder Herkunft nicht sicher bist. Halte für eine Frage an eine Fachperson fest, um welche Pflanze es geht, wo sie gewachsen ist und wie deine Ziegen an sie gelangen konnten. Das LICG warnt vor giftigen Pflanzen, auch zwischen angebotenen Pflanzenteilen und im Heu. LICG: Ziege; LICG: giftige Pflanzen.
Hat eine Ziege möglicherweise von einer unbekannten Pflanze gefressen, kontaktiere den Tierarzt und teile mit, was du über die Pflanze und die aufgenommene Menge weißt. Ändert sich der Zugang zu Weidegras, besprich auch die Umstellung im Futterplan: Ein plötzlicher Futterwechsel kann gesundheitliche Probleme verursachen. LICG: Vorgehen bei möglicher Vergiftung; LICG: Futterwechsel.
Futterplätze für alle Ziegen: Zugang, Futterverluste und Hygiene
Beobachte die Ziegen beim Fressen. Ein gefüllter Futterplatz hilft einem Tier nicht, wenn es dort immer wieder vertrieben wird. Das LICG nennt mehrere Futterplätze als mögliche Lösung für Tiere, die wegen der Rangordnung nicht in Ruhe fressen können. Achte zugleich auf Heu, das auf den Boden fällt, nass wird oder sichtbar verschimmelt ist; biete verschmutztes Futter nicht erneut an. LICG: Zugang zum Futter; Merck: sauberes Raufutter.
Wenn du Futtertröge vergleichst, achte darauf, ob die Tiere gut daran gelangen und wie leicht du Reste entfernen kannst. Farmora hat eine Kategorie für Futtertröge für Nutztiere und Pferde. Prüfe bei einem einzelnen Trog, ob er zu deinen Ziegen und zum Futterplatz passt.
Eine feste tägliche Futterkontrolle
- Sieh dir das Raufutter an und entferne alles, was nass, verschmutzt oder sichtbar verschimmelt ist.
- Kontrolliere, ob frisches Trinkwasser vorhanden ist und alle Ziegen daran gelangen.
- Beobachte, welche Tiere in Ruhe fressen und welche verdrängt werden.
- Notiere auffällige Futterreste und Veränderungen darin, was ein Tier frisst.
Fütterungsempfehlung bei Veränderungen der Tiergruppe, des Futters oder der Futteraufnahme überprüfen
Bitte eine Fachperson für die Fütterung von Wiederkäuern, den Futterplan erneut zu prüfen, wenn sich die Tiergruppe verändert, du eine andere Charge Raufutter verwendest, einen neuen Weideabschnitt freigibst oder ein Tier anders frisst. Nimm deine Futterübersicht, Etiketten und Beobachtungen mit. Der Nährstoffbedarf und die mögliche Rolle von Ergänzungsfutter unterscheiden sich je nach Lebensphase und Qualität des verfügbaren Raufutters. Merck: Futter auf Tier und Umstände abstimmen.
Eine Ziege, die plötzlich matt wirkt, nicht frisst oder Durchfall hat, braucht nicht nur eine neue Fütterungsempfehlung. Kontaktiere bei solchen Krankheitsanzeichen den Tierarzt. LICG: Krankheitsanzeichen bei Ziegen.