Maremma Abruzzese Hirtenhund: Merkmale und Eignung für den Hof
Rassenratgeber
Maremma Abruzzese Hirtenhund: Merkmale und Eignung für den Hof
Der Maremma Abruzzese Hirtenhund ist ursprünglich ein Herdenschutzhund. Möchtest du ihn bei Nutztieren einsetzen? Dann achte nicht nur auf die Rasse, sondern auch auf den einzelnen Hund, den Zugang zu deinem Hof und die Betreuung, die du organisieren kannst. Der Rassename allein macht den Umgang mit Nutztieren und Besuchern nicht automatisch sicher. Der Rassestandard der FCI nennt den Schutz von Herden als wichtigste Aufgabe.

Italien; die Rasse ist mit den Abruzzen und der Maremma verbunden.
Herden schützen und Eigentum bewachen.
Groß und kräftig gebaut, mit langem, überwiegend weißem Fell.
Rüden: 67 bis 73,5 cm und 40 bis 52 kg. Hündinnen: 62 bis 70 cm und 35 bis 45 kg.
Inhaltsverzeichnis
- Produkte zu diesem Ratgeber
- Offizieller Rassename, italienische Bezeichnungen und Rassedaten
- Nutztiere bewachen statt treiben: die Aufgabe dieser Rasse
- Hof und Nutztiere: Einzäunung, Besucher, Nachbarn und fachkundige Begleitung
- Tägliche Versorgung: Wasser, Schutz, Aufsicht und Kontrolle von Hund und Unterbringung
- Verantwortung des Halters und Grenzen des Rasseprofils
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Offizieller Rassename, italienische Bezeichnungen und Rassedaten
Der aktuelle offizielle Name der FCI lautet Cane da Pastore Abruzzese Maremmano. In älteren Informationen steht auch Cane da Pastore Maremmano Abruzzese: Die Reihenfolge der Regionsnamen hat sich geändert, nicht die Identität der Rasse. Die FCI veröffentlichte den geänderten Standard am 16. Dezember 2025. In den Niederlanden begegnen dir unter anderem die Bezeichnungen „Berghond van de Maremmen en Abruzzen“ und „Maremma“. Mehr erfährst du bei der FCI, dem italienischen Rasseverband und dem niederländischen Rasseverband.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Herkunft | Italien; die Rasse ist mit den Abruzzen und der Maremma verbunden. |
| Ursprüngliche Aufgabe | Herden schützen und Eigentum bewachen. |
| Aussehen | Groß und kräftig gebaut, mit langem, überwiegend weißem Fell. |
| Widerristhöhe und Gewicht | Rüden: 67 bis 73,5 cm und 40 bis 52 kg. Hündinnen: 62 bis 70 cm und 35 bis 45 kg. |
Dies sind Angaben aus dem internationalen Rassestandard der FCI, keine niederländischen Anforderungen an die Gestaltung eines Hofes. Sie sagen auch nichts darüber aus, wie ein einzelner Hund auf deine Tiere oder Besucher reagiert.
Nutztiere bewachen statt treiben: die Aufgabe dieser Rasse
Ein Treibhund hilft dabei, Nutztiere zu bewegen. Ein Herdenschutzhund hat eine andere Aufgabe: bei den Tieren bleiben und sie bewachen. „Hirtenhund“ im Namen bedeutet hier also nicht, dass du einen Hund auswählst, um Schafe zusammenzutreiben. Diese Unterscheidung ergibt sich aus der Aufgabenbeschreibung der FCI und der Beschreibung des niederländischen Rasseverbands.
Einen Hund zur Herde zu setzen, ist noch keine gute Eingewöhnung. Besprich vor der Anschaffung mit jemandem, der Erfahrung mit arbeitenden Herdenschutzhunden hat, wie du einen Hund auswählst, das Kennenlernen mit deinen Nutztieren begleitest und den Kontakt mit anderen Tieren und Menschen beurteilst. BIJ12 empfiehlt beim Einsatz von Herdenschutzhunden in den Niederlanden professionelle Begleitung.
Hof und Nutztiere: Einzäunung, Besucher, Nachbarn und fachkundige Begleitung
Geh deinen Hof so durch, als stünde morgen ein Lieferant, Tierarzt oder Nachbar vor dem Tor. Kann jemand dem Hund unerwartet begegnen? Kann der Hund das Gelände verlassen, wenn ein Tor offen ist? Ein Zaun, der für Nutztiere geeignet ist, beantwortet diese Fragen nicht automatisch. BIJ12 nennt bei Herdenschutzhunden Risiken beim Kontakt mit Passanten und Haustieren, mögliches Bellen und die Bedeutung von Aufklärung. Das sind Punkte, die bei diesem Rasseprofil zu beachten sind, keine Vorhersage über jeden Maremma. Lies die Hinweise von BIJ12.
Checkliste, bevor du einen Hund auswählst
- Nutztiere: Welche Tiere soll der Hund bewachen, und wer begleitet und beurteilt das Kennenlernen?
- Hofgrenze: Wo kann der Hund entkommen, und wo kann jemand von außen an ihn herankommen?
- Tore und Besucher: Wer lässt Menschen herein, und wo hält sich der Hund auf, während bei den Nutztieren gearbeitet wird?
- Nachbarn: Wie sprichst du vorher darüber, dass der Hund zu sehen ist und möglicherweise bellt?
- Begleitung: Wer hilft dir bei der Auswahl, der Eingewöhnung und bei Verhalten, das in der Praxis Probleme bereitet?
| Situation | Nächster Schritt |
|---|---|
| Der Zugang lässt sich kontrollieren und die Begleitung ist organisiert | Lass auch den vorgesehenen Hund und seinen Umgang mit deiner Art von Nutztieren beurteilen. |
| Ein öffentlicher Weg oder viele Besucher sind nah bei den Nutztieren | Erstelle zuerst einen Plan für Abstand, Zugang und Kommunikation mit Passanten. |
| Tore stehen regelmäßig offen oder fachkundige Hilfe fehlt | Klär das, bevor du einen Hund bei den Nutztieren einsetzt. |
Verlass dich beim Umgang mit Besuchern nicht nur auf ein Schild. Bei einem niederländischen Pilotprojekt mit anderen Herdenschutzhunderassen erwiesen sich Warnschilder nicht immer als ausreichend. Besprich die gesamte Anordnung, einschließlich der Tore und Besucherwege, mit einer Fachperson; leite die Sicherheit nicht aus einer einzigen Art der Einzäunung ab.
Tägliche Versorgung: Wasser, Schutz, Aufsicht und Kontrolle von Hund und Unterbringung
Auch ein Hund, der draußen bei Nutztieren arbeitet, braucht Futter, ausreichend Wasser, eine geeignete Unterbringung, Zuwendung und bei Bedarf medizinische Versorgung. Die niederländische Regierung beschreibt die Fürsorgepflicht des Halters; das LICG weist auch darauf hin, wie wichtig Kontakt und Zuwendung für Hunde sind.
Ein praktischer Kontrollgang
- Wasser und Futter: Ist das Trinkwasser erreichbar und sauber, und frisst und trinkt der Hund wie gewohnt?
- Ruheplatz: Gibt es einen sauberen, trockenen Liegeplatz, und kann der Hund Schutz suchen?
- Hund: Achte darauf, wie er läuft und reagiert; prüfe Pfoten, Haut und Fell auf Schmutz oder Verletzungen.
- Nutztiere: Beobachte, wie Hund und Tiere aufeinander reagieren, besonders nach Veränderungen in der Gruppe.
- Unterbringung: Kontrolliere die Tore, die Einzäunung und Stellen, an denen unerwünschter Kontakt möglich ist.
Bei Wärme sollten Schatten und frisches Trinkwasser verfügbar sein. Bei Frost verdienen ein trockener Liegeplatz und Trinkwasser, das nicht gefriert, besondere Aufmerksamkeit. Das LICG gibt Hinweise zu Wärme und winterlichen Bedingungen. Ist der Hund krank, verletzt oder verhält er sich auffallend anders als sonst, wende dich an einen Tierarzt.
Verantwortung des Halters und Grenzen des Rasseprofils
Der Rassestandard beschreibt die Rasse, nicht die Eignung eines bestimmten Hundes für einen bestimmten Hof. Frag deshalb nach der Vorgeschichte und Erfahrung des Hundes und vereinbare, wer hilft, wenn der Kontakt mit Nutztieren oder Besuchern nicht gut verläuft. Als Halter kannst du grundsätzlich für Schäden haften, die dein Hund Dritten oder ihren Tieren zufügt; BIJ12 erläutert dies für Herdenschutzhunde.
Kannst du noch nicht erklären, wie du den Hund begleitest, Besucher auf Abstand hältst und täglich für ihn sorgst? Arbeite diese Punkte zuerst aus. Danach kannst du mit einer Fachperson beurteilen, ob diese Aufgabe, dieser Hund und dein Hof zusammenpassen.