Hühner und Geflügel

Hühner und Kaninchen auf demselben Grundstück halten

Zwei Hühner und zwei Kaninchen in getrennten, überdachten Außengehegen auf demselben Grundstück.

Praxisratgeber

Hühner und Kaninchen auf demselben Grundstück halten

Auf demselben Grundstück ist möglich, zusammen in einem Gehege besser nicht. Richte für Hühner und Kaninchen jeweils ein eigenes Gehege mit passendem Auslauf ein. Das LICG rät von einem gemeinsamen Auslaufgehege ab: Hühner können nach Kaninchen picken, besonders nach ihren Augen. Wenn du noch Platz hast, kannst du ihn gegebenenfalls abwechselnd zugänglich machen. Lies die Empfehlung des LICG zu Kaninchen und anderen Tieren.

Zwei Hühner und zwei Kaninchen in getrennten, überdachten Außengehegen auf demselben Grundstück.
Inhaltsverzeichnis
  1. Produkte zu diesem Ratgeber
  2. Gruppengröße, Auslauf und Betreuung erfassen
  3. Verstecke, Futter, Wasser und Ruheplätze für jede Tierart trennen
  4. Eine gemeinsam genutzte Außenfläche auf Ausweichmöglichkeiten und Hygiene prüfen
  5. Stress und Verletzungen: Wann du die Tiere trennen und fachlichen Rat einholen solltest
  6. Zäune, Öffnungen und Zugang für beide Arten prüfen

Hilfreich zu diesem Ratgeber

Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Gruppengröße, Auslauf und Betreuung erfassen

Beginne bei deinen jetzigen Tieren. Wie viele Hühner und Kaninchen gibt es, welche Tiere leben bereits zusammen und welchen Platz können sie nutzen, wenn die zusätzliche Außenfläche geschlossen ist? Beide Arten brauchen Gesellschaft von Artgenossen; ein Huhn ersetzt keinen Kaninchenpartner und umgekehrt. Vergleiche die festen Gehege mit den Haltungsempfehlungen für die Tiere, die du tatsächlich hältst. Das LICG beschreibt die Haltung von Hühnern und die von Kaninchen.

Erfasse deine derzeitige Aufteilung
Frage Hühner Kaninchen
Welche Gruppe lebt dort? Notiere die Anzahl der Tiere. Notiere die Anzahl der Tiere und welche Kaninchen bereits ein Paar bilden.
Welcher Platz ist immer verfügbar? Notiere den Nachtstall und das eigene Auslaufgehege. Notiere geschützte Bereiche und eigenen Platz zum Bewegen.
Wer schaut nach den Tieren? Notiere, wann jemand Verhalten, Futter und Wasser kontrolliert. Notiere auch, wann jemand prüft, ob die Tiere fressen und Kot absetzen.

Ein Kaninchenstall ohne ausreichend Platz zur Bewegung ist keine vollwertige Grundlage. Das LICG bevorzugt ein geschütztes Außengehege mit einem großen, jederzeit zugänglichen Auslauf. Rechne eine optionale Fläche daher nicht automatisch zum dauerhaft verfügbaren Platz für die Kaninchen hinzu. Sieh dir die Haltungsempfehlungen für Kaninchen an.

Verstecke, Futter, Wasser und Ruheplätze für jede Tierart trennen

Gib den Hühnern einen eigenen Nachtstall und ein eigenes Auslaufgehege mit Ruheplätzen, Legemöglichkeiten und Platz für ein Staubbad. Kaninchen brauchen einen geschützten Platz, Versteckmöglichkeiten und Raum zur Bewegung. Sorge dafür, dass die festen Bereiche erreichbar sind, ohne dass ein Tier durch das Gehege der anderen Art muss. Lies mehr über die Einrichtung für Hühner und für Kaninchen.

Verwende auch keine gemeinsamen Futtertröge oder Tränken. Hühner bekommen Hühnerfutter; bei Kaninchen bildet faserreiches Raufutter die Grundlage. Stelle für beide Arten eigenes Futter und frisches Wasser in ihren festen Gehegen bereit, außerhalb der Reichweite der anderen Art. So kannst du außerdem besser erkennen, ob die Tiere fressen und trinken. Ein Behälter für Hühner ist nicht automatisch für Kaninchen geeignet. Das LICG erläutert Hühnerfutter und beschreibt die Ernährung und Wasserversorgung von Kaninchen.

Eine gemeinsam genutzte Außenfläche auf Ausweichmöglichkeiten und Hygiene prüfen

Mit einer gemeinsam genutzten Außenfläche meinen wir hier eine zusätzliche Fläche zur abwechselnden Nutzung, nicht ein Auslaufgehege, in dem Hühner und Kaninchen gleichzeitig herumlaufen. Halte den eigenen Auslauf für beide Arten verfügbar, wenn diese Fläche geschlossen ist. Das LICG rät von der gleichzeitigen Nutzung eines Auslaufgeheges ab. Erfahre, warum.

Eine mögliche Aufteilung mit einer optionalen zusätzlichen Fläche
Bereich Was gehört dazu? Wer hat Zugang?
Fester Hühnerbereich Nachtstall, eigenes Auslaufgehege, Futter und Wasser Die Hühner
Fester Kaninchenbereich Geschützter Platz, eigener Platz zum Bewegen, Futter und Wasser Die Kaninchen
Optionale zusätzliche Fläche Verschließbarer Zugang und Platz, um die Tiere zu beobachten Abwechselnd jeweils eine Art

Prüfe die zusätzliche Fläche, bevor du sie öffnest: Ist die andere Art ausgesperrt, können die Tiere in ihren eigenen geschützten Bereich zurückkehren und liegen dort weder Kot noch verschüttetes Futter oder verschmutztes Wasser? Achte auch darauf, ob Kaninchen dort sicher Unterschlupf finden können und ob sie das vorhandene Gras und die Pflanzen kennen. Wenn sich Zugang und Reinigung nicht einfach regeln lassen, halte die Bereiche dauerhaft getrennt. Wasche dir nach dem Kontakt mit den Tieren und nach der Reinigung die Hände mit Wasser und Seife. Das LICG nennt wichtige Punkte für ein Außengehege; das RIVM gibt Hinweise zur Hygiene.

Stress und Verletzungen: Wann du die Tiere trennen und fachlichen Rat einholen solltest

Beobachtest du Picken, Jagen oder ein Tier, das sich zurückzieht und sein eigenes Futter oder Versteck nicht ungestört erreicht? Sperre den Zugang zur zusätzlichen Fläche und prüfe, wo es zum Kontakt kommt. Kontrolliere die Tiere einzeln. Wende dich bei Verletzungen, besonders an einem Auge, an einen Tierarzt. Das Risiko, dass Hühner nach den Augen von Kaninchen picken, ist ein wichtiger Grund, sie nicht zusammen in einem Auslaufgehege zu halten. Lies die Empfehlung des LICG.

Achte bei Kaninchen auch auf Veränderungen beim Fressen, beim Kotabsatz und in der Körperhaltung. Will ein Kaninchen nicht fressen, wende dich schnell an einen Tierarzt und warte nicht bis zum nächsten Tag. Besprich wiederkehrende Unruhe oder Zweifel an der Aufteilung mit einem Tierarzt oder einem Fachmann für Tierhaltung. Das LICG erklärt, warum es dringend ist, wenn ein Kaninchen nicht frisst.

Zäune, Öffnungen und Zugang für beide Arten prüfen

Sieh dir sowohl die Grundstücksgrenze als auch die Trennung zwischen den Gehegen an. Prüfe Tore, Ecken, den Anschluss an den Boden und die Oberseite. Ein Zaun, der Hühner zurückhält, ist nicht automatisch für Kaninchen geeignet: Sie können graben, entkommen oder mit dem Kopf in einer Öffnung stecken bleiben. Das LICG rät von gewöhnlichem Hühnerdraht für ein selbst gebautes Kaninchengehege ab. Sieh dir die wichtigen Punkte für Kaninchengehege an.

  • Unterseite: Kann sich ein Kaninchen herausgraben oder ein anderes Tier hineingraben?
  • Oberseite: Sind die Außengehege gegen Entkommen und Raubtiere geschützt?
  • Öffnungen: Kann ein Tier darin stecken bleiben oder in den anderen Bereich schlüpfen?
  • Zugang: Kannst du jedes Gehege versorgen, ohne einen Durchgang zwischen den Arten offen zu lassen?

Ein fester Kaninchenbereich braucht auch Schutz am Boden und an der Oberseite. Beurteile deshalb die gesamte Konstruktion mit Blick auf deine Tiere und dein Grundstück, nicht nur nach dem Namen oder Aussehen des Zauns. Lies die Empfehlung für eine sichere Außenfläche für Kaninchen.