Futter für Rinder: Das Gespräch über den Futterplan vorbereiten
Praxisratgeber
Futter für Rinder: Das Gespräch über den Futterplan vorbereiten
Möchtest du die Fütterung deiner Rinder besprechen? Erstelle dann zuerst für jede Tiergruppe eine Übersicht über das angebotene Futter, die verfügbaren Analysen und deine Beobachtungen an den Tieren. Ein Fütterungsberater kann damit deine Situation beurteilen; ein einziger Futterplan passt nicht zu jedem Betrieb. Gelre Dierenartsen erklärt, warum Lebensphase und Betriebssituation wichtig sind.

Inhaltsverzeichnis
- Produkte zu diesem Ratgeber
- Haltungsziel und Lebensphase der Rinder
- Futterquellen, Futteranalysen und Beobachtungen im Betrieb sammeln
- Zugang, Konkurrenz und Hygiene am Fressplatz
- Veränderungen bei Futteraufnahme und Verhalten festhalten und besprechen
- Ergänzungsfutter und Boli: fachliche Beurteilung und Produktinformationen
Hilfreich zu diesem Ratgeber
Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Trockenfutter getrennt lagern

Futtertonne mit Deckel und Verschluss, 80 l – Vplast
Mit dieser verschließbaren Futtertonne kannst du verschiedene Arten von Trockenfutter getrennt lagern und auf der Tonne vermerken, was darin ist.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Notiere auch die Futterpartie, damit du den Inhalt der richtigen Analyse oder dem richtigen Etikett zuordnen kannst.
Bring Folgendes mit: deine Übersicht über Tiergruppen und Futterpartien, gegebenenfalls Analysen, Etiketten von zugekauftem Futter und datierte Beobachtungen zu Futter und Wasser. Das Formular unten hilft dir, nichts zu vergessen.
Haltungsziel und Lebensphase der Rinder
Notiere, welche Tiere zusammen gefüttert werden und wofür du sie hältst, beispielsweise für die Milchproduktion, Aufzucht oder Fleischproduktion. Halte fest, welche Tiere noch wachsen, trächtig sind, trockenstehen, Milch geben oder ein Kalb säugen. Schreib auch auf, ob ein Kalb gesondert Futter bekommt. Der Nährstoffbedarf unterscheidet sich je nach Lebensphase, aber aus der Bezeichnung einer Gruppe allein lässt sich keine Futtermenge ableiten. Gelre Dierenartsen beschreibt die verschiedenen Ernährungsphasen.
Orientiere dich an den Gruppen, wie du sie tatsächlich fütterst. Bekommen Tiere in verschiedenen Lebensphasen dasselbe Futter? Vermerke das zusammen mit einem eventuell geplanten Wechsel in eine andere Gruppe.
Futterquellen, Futteranalysen und Beobachtungen im Betrieb sammeln
Schreib für jede Gruppe auf, was du tatsächlich anbietest, etwa Weidegras, Silage, Heu oder zugekauftes Futter. Halte nach Möglichkeit die Partie oder das Silo fest, wann du auf dieses Futter umgestellt hast und ob es den ganzen Tag oder nur zu bestimmten Zeiten verfügbar ist. Ordne eine Analyse der Partie zu, die untersucht wurde. Gibt es keine Analyse der verwendeten Partie, notiere „nicht bekannt“.
Bring auch die Etiketten von zugekauftem Futter mit. Bei Mischfutter geben sie unter anderem an, ob es sich um Ergänzungsfutter oder Alleinfutter handelt, sowie die Zusammensetzung, analytische Bestandteile, die vorgesehene Tierart und die Gebrauchsanweisung. Sieh dir die Erläuterungen der niederländischen NVWA zur Kennzeichnung an.
Formular für das Beratungsgespräch
Verwende für jede Tiergruppe und jedes Kontrolldatum ein neues Blatt. Schreib auf, was du weißt, und gib eine unbekannte Menge oder fehlende Analyse nicht als gemessenen Wert an.
| Bereich | Deine Notiz |
|---|---|
| Datum, Tiergruppe und Lebensphase | ________________________________ |
| Angebotenes Futter, Partie und Fütterungszeiten | ________________________________ |
| Verfügbare Analyse und Futteretiketten | ________________________________ |
| Zugang zu Futter und Wasser | ________________________________ |
| Futterreste und Verhalten | ________________________________ |
| Veränderungen und Frage an den Berater | ________________________________ |
Möchtest du eine bestehende Vorgehensweise beurteilen lassen oder eine Veränderung vorbereiten? Schreib diese Frage unten auf dein Blatt. Notiere auch, was du im Betrieb beobachtest, beispielsweise Reste an einem Fressplatz oder Unterschiede zwischen Tieren, ohne sofort eine Ursache dafür anzunehmen.
Zugang, Konkurrenz und Hygiene am Fressplatz
Beobachte beim Füttern, ob alle Tiere ans Futter kommen. Muss ein Tier wiederholt warten oder ausweichen? Liegt Futter außerhalb seiner Reichweite? Untersuchungen an Milchkühen zeigen, dass Platz und Gestaltung am Fressgitter die Konkurrenz zwischen Tieren beeinflussen können. Nutze solche Beobachtungen als Gesprächsthema, nicht als Grund, ohne Beurteilung ein bestimmtes Fressgitter oder einen bestimmten Trog auszuwählen. Lies die ursprüngliche Untersuchung zum Zugang zum Fressgitter.
Prüfe zugleich, ob die Tränke erreichbar ist und das Wasser sichtbar sauber ist. Notiere, wenn du am Fressplatz altes, verschmutztes oder warm gewordenes Futter findest, und halte fest, wann du es gefunden hast. Besonders bei warmem Wetter erfordert Futter, das sich erhitzen kann, Aufmerksamkeit. GD geht auf Trinkwasser und Futterqualität bei warmem Wetter ein.
Veränderungen bei Futteraufnahme und Verhalten festhalten und besprechen
Schreib auf, welche Gruppe oder welches Tier betroffen ist, wann du die Veränderung erstmals bemerkt hast und was sich ungefähr zu dieser Zeit geändert hat. Denk etwa an eine neue Futterpartie, eine andere Gruppenzusammensetzung oder einen veränderten Fressplatz. Unterscheide zwischen weniger angebotenem Futter, mehr Resten und einem Tier, das du seltener fressen siehst. Das sind unterschiedliche Beobachtungen, noch keine Erklärung.
Besprich wiederkehrende Unterschiede mit deinem Fütterungsberater. Frisst oder trinkt ein Tier plötzlich nicht mehr, wirkt es deutlich krank oder verschlechtert sich sein Zustand schnell? Wende dich dann an deinen Tierarzt und warte nicht auf das geplante Fütterungsgespräch. Verminderter Appetit kann bei Rindern im Zusammenhang mit unterschiedlichen Problemen auftreten; stelle nicht allein anhand des Futters selbst eine Diagnose. Das veterinärmedizinische MSD Handbuch beschreibt eine verminderte Futteraufnahme als mögliches Krankheitszeichen.
Halte nach der Beratung fest, was du geändert hast und an welchem Datum. So kannst du später vergleichen, was du vor und nach der Änderung beobachtet hast, ohne davon auszugehen, dass das Futter die einzige mögliche Ursache ist.
Ergänzungsfutter und Boli: fachliche Beurteilung und Produktinformationen
Trage alle Ergänzungen, die die Tiere bekommen, in deine Übersicht ein, auch wenn du sie nicht täglich gibst. Bring die vollständigen Produktinformationen mit und gib die betreffende Tiergruppe an. Ergänzungsfuttermittel werden in Kombination mit anderem Futter beurteilt; für sich genommen sind sie keine vollständige Tagesration. Die niederländische NVWA erklärt den Unterschied zwischen ergänzendem und vollständigem Mischfutter.
Frag deinen Fütterungsberater, ob eine Ergänzung nötig ist und zum vorhandenen Futter passt. Das gilt auch für einen Bolus: Zusammensetzung und Freisetzung können unterschiedlich sein, und die übrige Ration spielt ebenfalls eine Rolle. Sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Mineralstoffen kann Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Besprich gesundheitliche Fragen zu einem einzelnen Tier mit deinem Tierarzt. GD bespricht Boli im Zusammenhang mit der Ration und erläutert die Risiken eines Mangels oder Überschusses. Prüfe bei einem gegebenenfalls ausgewählten Produkt die vorgesehene Tierart und die Hinweise für genau dieses Produkt.