Blauzungenkrankheit bei Schafen: Anzeichen erkennen und Hilfe holen
Praxisratgeber
Blauzungenkrankheit bei Schafen: Anzeichen erkennen und Hilfe holen
Vermutest du bei einem Schaf die Blauzungenkrankheit? Ruf deinen Tierarzt an und melde den Verdacht sofort bei der NVWA. Warte nicht auf eine blaue Zunge oder ein vollständig ausgefülltes Formular. Notiere, was du beobachtest, bei welchen Tieren und seit wann. Die NVWA erklärt, wie du einen Verdacht meldest.

Inhaltsverzeichnis
- Produkte zu diesem Ratgeber
- Anzeichen bei Schafen und in der Herde: beobachten, ohne eine Diagnose zu stellen
- Zeitpunkt, betroffene Tiere, Verhalten, Fressen und Trinken festhalten
- Wann rufst du bei einem Verdachtsfall den Tierarzt an?
- Aktuelle regionale Informationen und Empfehlungen zur Vorbeugung finden
- Das Gespräch vorbereiten: Beobachtungen, Kontaktdaten und Fragen zu anderen Schafen
Hilfreich zu diesem Ratgeber
Diese Produkte passen zu den Themen in diesem Ratgeber. Sieh dir bei jedem Produkt an, wie es verwendet wird und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Einen separaten Weidebereich abgrenzen

Schafnetz 50 m, 106 cm hoch mit Doppelspitze – Euro-Netz
Mit diesem mobilen Schafnetz kannst du einen Weidebereich abgrenzen, wenn du in Absprache mit deinem Tierarzt Schafe getrennt hältst.
Darauf solltest du bei der Auswahl achten Das Netz schützt Schafe nicht vor Gnitzen.
Die folgenden Anzeichen helfen dir, das Gespräch vorzubereiten. Sie ermöglichen keine Diagnose.
Anzeichen bei Schafen und in der Herde: beobachten, ohne eine Diagnose zu stellen
Ein Schaf mit Blauzungenkrankheit kann speicheln, einen geschwollenen Kopf oder geschwollene Lippen haben, wenig oder gar nicht fressen, viel liegen oder lahmen. Manchmal fallen Schmerzen im Bereich der Hufe oder Veränderungen am Maul auf. Eine blaue Zunge kommt vor allem bei schwer erkrankten Tieren vor; wenn sie fehlt, schließt das die Blauzungenkrankheit nicht aus. Achte auch darauf, ob weitere Schafe in der Gruppe ein verändertes Verhalten zeigen. Die NVWA beschreibt mögliche Symptome.
Kannst du die Krankheit an einem einzigen Symptom erkennen?
Nein. Dieselben Symptome können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Beschreibe deshalb zum Beispiel „speichelt und frisst nicht“, statt selbst eine Diagnose einzutragen. Besprich mit dem Tierarzt, wie das Tier untersucht werden soll. Du musst nicht auf eine Bestätigung warten, um einen Verdacht zu melden. Das LICG erläutert die Grenzen sichtbarer Anzeichen.
Zeitpunkt, betroffene Tiere, Verhalten, Fressen und Trinken festhalten
Schreib auf, was du selbst beobachtet hast und was du noch nicht beurteilen konntest. Eine kurze Zeitleiste erleichtert es, Veränderungen weiterzugeben. Du musst ein Tier nicht zusätzlich anfassen, um dieses Blatt auszufüllen.
Entscheidungsblatt für Beobachtungen und Absprachen
| Bereich | Was notierst du? | Deine Notiz |
|---|---|---|
| Erster Zeitpunkt | Datum, Uhrzeit und Ort; wann ist die Veränderung zum ersten Mal aufgefallen? | ………………………….. |
| Tiere | Welches Schaf ist betroffen? Bei wie vielen Tieren in der Gruppe fallen Veränderungen auf? | ………………………….. |
| Verhalten und Bewegung | Zum Beispiel viel liegen, anders stehen oder lahmen. | ………………………….. |
| Fressen und Trinken | Was hast du beobachtet? Notiere auch, wenn du es nicht beurteilen konntest. | ………………………….. |
| Sichtbare Veränderungen | Zum Beispiel Speicheln oder Schwellungen; wo siehst du sie? | ………………………….. |
| Kontakt | Wann hast du mit dem Tierarzt gesprochen und wann hast du den Verdacht bei der NVWA gemeldet? | ………………………….. |
| Absprachen | Name der Kontaktperson, Empfehlungen für die übrigen Schafe und das vereinbarte weitere Vorgehen. | ………………………….. |
Verändert sich der Zustand später? Ergänze eine neue Notiz mit Uhrzeit. So bleibt nachvollziehbar, was seit deinem ersten Anruf passiert ist.
Wann rufst du bei einem Verdachtsfall den Tierarzt an?
Ruf bei Verdacht auf Blauzungenkrankheit sofort deinen Tierarzt an. Sag gleich, wenn ein Tier nicht frisst oder trinkt, viel liegt oder sich sein Zustand deutlich verschlechtert. Frag, wie schnell es untersucht werden muss; warte nicht, bis alle deine Notizen fertig sind.
In den Niederlanden sind sowohl Tierhalter als auch Tierärzte verpflichtet, einen Verdacht zu melden. Melde ihn sofort über den Meldeweg der NVWA. Die landesweite Meldestelle für Tierkrankheiten ist auch unter 045 546 31 88 erreichbar. Wenn du nur den Tierarzt anrufst, weißt du noch nicht, ob dein Verdacht auch gemeldet wurde.
Die NVWA empfiehlt, möglicherweise kranke Tiere getrennt und geschützt zu halten und keine Tiere vom Betrieb weg oder zum Betrieb hin zu verbringen. Besprich mit deinem Tierarzt, was in deiner Situation möglich ist, und befolge aktuelle Anweisungen. Die Empfehlung, Tiere nicht zu verbringen, ist hier nicht als allgemeines gesetzliches Transportverbot gemeint.
Aktuelle regionale Informationen und Empfehlungen zur Vorbeugung finden
Nutze die NVWA für den Meldeweg und behördliche Informationen. Die niederländische Regierung beschreibt das landesweite Vorgehen und die Überwachung der Ausbreitung. Achte darauf, wann eine Meldung oder Karte veröffentlicht wurde: Ältere Daten sagen nichts darüber aus, was gerade bei deinen Schafen passiert. Frag deinen Tierarzt, welche aktuellen Informationen für deine Umgebung relevant sind.
Das Virus wird durch infizierte Gnitzen übertragen, nicht durch gewöhnlichen Kontakt zwischen Schafen. Wenn du über Vorbeugung sprechen möchtest, frag den Tierarzt, welche Möglichkeiten zu deinen Tieren und zur aktuellen Situation passen. Geh nicht davon aus, dass ein allgemeines Mittel gegen Fliegen die Blauzungenkrankheit verhindert. Die niederländische Regierung gibt Erläuterungen zur Ausbreitung und Vorbeugung.
Das Gespräch vorbereiten: Beobachtungen, Kontaktdaten und Fragen zu anderen Schafen
Halte deine Notizen, den Standort der Tiere und eine Telefonnummer bereit, unter der du erreichbar bist. Beginne mit dem Schaf, um das du dir Sorgen machst, und der Veränderung, die du am dringendsten findest. Danach kannst du diese Fragen stellen:
- Welche Beobachtungen sind jetzt am wichtigsten, um sie weiterzugeben?
- Worauf soll ich bei den anderen Schafen in dieser Gruppe achten?
- Wann soll ich erneut anrufen, wenn sich der Zustand verändert?
- Wie soll ich in der Zwischenzeit mit den möglicherweise kranken Tieren und geplanten Transporten umgehen?
- Wurde der Verdacht bei der NVWA gemeldet, und welcher nächste Schritt wurde vereinbart?
Schreib die Antworten und die Uhrzeit des Gesprächs auf. So hast du die Absprachen zur Hand, wenn du erneut Kontakt aufnehmen musst.